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Empörung über Polizeiwillkür gegen 1. Mai-Demonstranten in Kasachstan

03.05.11 - Die Stadtobrigkeit von Almaty (früher Alma Ata), der größten Stadt Kasachstans, hatte zur Demonstration ganz im Sinne des Präsidenten Nursultan Nazarbajew unter dem Motto "Tag der Einheit des Volkes von Kasachstan" aufgerufen. Es wurde angeordnet, dass die Beschäftigten der staatlichen und privaten Betriebe und Verwaltungen, ebenso wie die Studenten in geordneten Reihen zu erscheinen hätten. Andernfalls wurde mit Entlassung gedroht. 21.000 kamen und viele fühlten sich mit Grauen an die Tage des bürokratisch-kapitalistischen Regimes unter Breschnew und Co. erinnert.

Die Organisation "Sozialistischer Widerstand" ließ sich den 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse nicht nehmen. Auf sie und ihre roten Fahnen stürzte sich die Polizei, kesselte sie ein und schlug eine Reihe ihrer Teilnehmer zusammen. Ihr Vorsitzender Ajnur Kurmanov liegt weiterhin mit Schädeltrauma im Krankenhaus. Auch ein Besucher von ihm im Krankenhaus wurde zusammengeschlagen und einem Journalisten der Fotoapparat entrissen.

"Hände weg vom Volk!" ruft die kritische Internet-Zeitung "Respublika" auf und schreibt: "Die Praxis, den Menschen den Mund zu stopfen und die Schrauben anzuziehen, hat bereits zum blutigen Zusammenbruch von Regimes in Nordafrika geführt, die mit ihrer pseudodemokratischen Langzeitdiktatur dem Regime des 'Führers von 95 Prozent der Kasachstaner' sehr ähnlich waren. Die Ereignisse der letzten Tage, als die Bewohner des Dorfes Duman bei Almaty ihre Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik zu äußern wagten, zeigen, dass das 'gelobte Wohlergehen aller Kasachstaner' schwanger geht mit Ausbrüchen des Volkszorns, mit dem irgendwann auch der 'Herr der Horde' nicht mehr fertig werden wird."