Umwelt

Nach Tornado-Serie jetzt Überschwemmungen in den USA

04.05.11 - Vom 16. bis 19. April gab es die erste schwere Tornado-Serie in den USA mit 45 Toten. "Ein Sturmsystem dieses Ausmaßes hat es über den kurzen Zeitraum von drei Tagen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den USA noch nie gegeben", so der Meteorologe Henry Margusitis. Schon Ende April wurde diese Tornado-Welle noch weit übertroffen: am 27. und 28. April gab es eine neue Tornado-Serie mit 226 Tornados in zwei Tagen. Es gab mindestens 342 Todesopfer. Die größte Zelle richtete über eine Strecke von 600 Kilometern in acht Stunden schwere Schäden an. Das ist die schlimmste Sturmkatastrophe seit 1936, als in einem zweitägigen Wirbelsturm 454 Menschen umkamen (siehe "rf-news"-Bericht vom 29.4.).

Jetzt drohen aufgrund der starken Regenfälle Überschwemmungen. In Illinois wurde ein Damm gesprengt, um eine evakuierte Stadt zu retten. Auch die Staaten Mississippi und Louisiana sind davon bedroht. Im Bundesstaat Missouri sprengte die Armee ein Teilstück eines Damms, um Siedlungen vor Hochwasser zu schützen. Präsident Barack Obama hat den Notstand ausgerufen. Es wird mit Schäden zwischen 2 und 5 Milliarden Euro gerechnet.

Woher kommt die Häufung solcher Killerstürme und Überschwemmungen? Der Übergang zur Klimakatastrophe lässt die Meere aufheizen. Es entstehen wärmere und heftigere Luftströmungen, die auch das Klima über dem Festland beeinflussen. Dadurch hat sich auch die Zahl der verheerenden Hurrikans in den letzten Jahren verdoppelt. Der Unterschied zwischen Hurrikans und Tornados besteht darin, dass sich Hurrikans immer auf dem Meer bilden, Tornados dagegen über dem Festland - oft wenn eine kalte trockene Luftfront auf eine warme, feuchte Front trifft. In den 1970er Jahren traten im Durchschnitt zehn Hurrikans auf. Seit 1990 waren es bis 2005 bereits 18. Jeder dritte Hurrikan ist ein Monstersturm.

Auch in Europa und in Deutschland wird ein Anstieg von Tornados beobachtet. Tornados galten in Deutschland bislang eher als Ausnahmeerscheinung. Sollte die globale Erwärmung die mittlere Jahrestemperatur in Deutschland weiter ansteigen lassen, könnte auch ihre Häufigkeit und Stärke zunehmen, sagt Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ein Teil der offiziellen Meteorologie vertuscht das mit dem Argument, der Anstieg liege daran, dass man eben inzwischen mehr Stürme erfassen würde. "Im Juni und Juli war es in diesem Jahr etwa ein bis zwei Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt", beurteilt Hans-Joachim Heinemann vom DWD dagegen die Entwicklung im letzten Jahr. Je heißer die Luft sei, desto heftiger seien auch die Stürme und Gewitter.

Es sind noch nicht alle Zusammenhänge konkret geklärt, eindeutig besteht aber bei Tornados ein Zusammenhang zur Erwärmung des Bodens und zum CO2-Ausstoß. Die zunehmende Schwere und Häufigkeit solcher Naturkatastrophen ist ein Bestandteil des Übergangs zur Klimakatastrophe und seiner Beschleunigung. Die hauptsächlichen Verursacher auch solcher Killerstürme und Wetterkatastrophen sind die internationalen Übermonopole. Gegen sie muss eine internationale Widerstandsbewegung zum Erhalt der natürlichen Umwelt aufgebaut werden.

(Mehr zu den Zusammenhängen des Übergangs zur globalen Umweltkatastrophe und den Schlussfolgerungen daraus in der neuen Broschüre der MLPD "Rettet die Umwelt vor der Profitgier - Echter Sozialismus - weltweit!")