Betrieb und Gewerkschaft

Unbefristeter Streik bei der Charite und CFM in Berlin

Unbefristeter Streik bei der Charite und CFM in Berlin

Berlin (Korrespondenz), 04.05.11: Seit Montag streiken tausende Beschäftigte aller drei Unikliniken der Charite in Berlin - der größten Universitätsklinik Europas. Gestern beteiligten sich tausende an einer Demonstration im Herzen Berlins. Zwei Züge von den verschiedenen Standort trafen sich beim Chemieriesen Bayer. Ein Sprecher wies auf den Zusammenhang der Profite solcher Konzerne wie Bayer und der miesen Bezahlung der Beschäftigten bei der Charite hin.

Die Stimmung war sehr kämpferisch. Jubel gab es über die Schließung weiterer Stationen durch den Streik. Es sind jetzt schon rund 400 Betten nicht mehr belegt und nur zehn der 70 OP-Säle werden für Notoperationen offen gehalten. Von den Beschäftigten wird seit Monaten der Streik vorbereitet und auf den Stationen teilweise selbstständig die Notbesatzung und vieles andere organisiert.

Die Schwestern und Pfleger sind auch über die enorme Arbeitshetze empört, wie die Kranken durchgeschleust werden, um möglichst viel Geld einzunehmen. Scharf wird auch die schrittweise Privatisierung kritisiert, angefangen von der Physiotherapie bis zur Charite Facility Management GmbH (CFM), die teilweise Hungerlöhne von 5,50 Euro pro Stunde zahlt. Die Ausrede des Senats aus SPD und Linkspartei, es sei "kein Geld da", überzeugt wenig. Zumal der Berliner Senat 6 Milliarden Euro an Steuergeldern als Subventionen für die kriminellen Machenschaften der Berliner Bänker gezahlt hat.

Das Flugblatt der MLPD, das zur Organisierung der Solidarität beiträgt und in dem die besondere Rolle des Staates als Dienstleister der Monopole belegt wird, kam recht gut an.