Betrieb und Gewerkschaft

1. Mai: Klare Absage an faschistische Provokationen und Angriffe auf die Überparteilichkeit

02.05.11 - Hier Auszüge aus zwei weiteren Korrespondenzen über die 1.Mai-Aktivitäten (mehr dazu sowie zu den Mai-Feiern von MLPD und befreundeten Organisationen in der kommenden Druckausgabe der "Roten Fahne").

Emden: In Emden haben sich ca. 300 Demonstranten, vor allem Vetrauensleute aus dem VW-Werk und anderen Betrieben durch die Emder Innenstadt bewegt. Obwohl der DGB in den beiden Wochen vor dem 1. Mai massiv versuchte, die MLPD völlig heraus zu halten, wurde sie von den anwesenden Funktionären geduldet. In zahlreichen Diskussionen konnten wir uns mit anderen Teilnehmern einig werden, dass die revolutionäre Alternative auf den 1. Mai gehört. Mehrmals hörten wir, dass man sich ja weltanschaulich inzwischen stark zu uns hingezogen fühlt, aber - da der Großvater ja schon in der SPD war - könne man da ja jetzt nicht einfach austreten! Die revolutionäre Alternative hat sich ihre Teilnahme am 1. Mai in Emden erfolgreich erkämpft und auch einige Sympathien gewonnen.

Heilbronn: Etwa 2.000 Demonstranten auf der DGB-Demonstration, doppelt so viele wie im Vorjahr, demonstrierten auf der von der Polizei vorgegebenen neuen Route auf Hauptverkehrsstraßen. Nicht wenige waren vorher in Polizeikontrollen auf den Zufahrtsstraßen stecken geblieben oder durch die Absperrung der gesamten Bahnhofsvorstadt einschließlich Bereichen der Innenstadt nicht mehr rechtzeitig angekommen. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts war ein beantragter Naziaufmarsch noch genehmigt worden. Das Bündnis "Heilbronn stellt sich quer" hatte parallel zu den über 100 zur Maikundgebung aufrufenden Organisationen des "Bündnis Heilbronn gegen Rechtsextremismus" zur Blockade aufgerufen. Diejenigen, die z.B. vom Hauptbahnhof ins Sperrgebiet gelangten, wurden dann von der Polizei "eingekesselt". Die Beteiligung von bis zu 5.000 Menschen an der Maikundgebung auf dem Kiliansplatz zeigt die Betroffenheit der Bürger, die Stellung beziehen wollen. Es war auch richtig und wichtig, die Gewerkschaftsdemonstration für den 1. Mai durchzuführen und sich den 1. Mai als Kampftag der Arbeiter nicht von den Faschisten nehmen zu lassen. Es kann aber nicht hingenommen werden, dass 750 Neofaschisten unter dem Schutz von 1.200 Polizisten in dieser Stadt demonstrieren dürfen und die Bevölkerung massivste Einschränkungen hinnehmen muss.

Ludwigshafen: Mindestens 500 Menschen aller Altersgruppen besuchten die 1. Mai-Kundgebung, welche vom DGB Ludwigshafen initiiert wurde. Ein Novum war dieses Jahr ein Stand von Kollegen mit der "Dortmunder Erklärung" – in gut sichtbaren roten T-Shirts mit der Aufschrift "gewerkschafter-aktiv.de". Ein großer Erfolg war, dass die MLPD ihren Infostand zwischen den anderen Ständen aufbaute – rechts die Falken, links die CDA. Dies gelang mit großer solidarischen und moralischer Unterstützung zahlreicher Gewerkschaftsmitglieder unterschiedlichster Parteizugehörigkeit. Damit hat sich der Beschluss des DGB-Maiausschusses nicht durchsetzen können, die sozialistische Alternative MLPD dem fadenscheinigen Argument "keine Parteien" aus dem direkten Teilnehmerkreis auszuschließen.

Hier noch ein Video über die Räumung des MLPD-Stands in Herne (siehe dazu auch "rf-news"-Bericht von gestern).