Umwelt

Extreme Trockenperiode in Europa - Hochwasserkatastrophe in Amerika

10.05.11 - Viele freuen sich jetzt über die Eröffnung der Freibad- und Grillsaison bei hochsommerlichen Temperaturen. Aber gleichzeitig herrscht in Europa seit Januar eine lang anhaltende, starke Trockenperiode. So gehörte der April 2011 in Deutschland zu den zehn trockensten April-Monaten seit 1881. Zu den Rekordtrockenmonaten in Deutschland gehören auch der April von 2007, 2009 und 2010. Kolumbien dagegen wird seit Monaten von extremen Dauerregenfällen heimgesucht, wodurch die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes ausgelöst wurde. 28 der 32 Provinzen des Landes sind betroffen, bereits mehrere Hundert Menschen sind gestorben und ca. 98.000 wurden verletzt. Und in der Mississippi-Region in den USA bahnt sich die schlimmste Hochwasserkatastrophe seit 70 Jahren an.

Das sind unübersehbare Anzeichen für den Übergang zur globalen Umweltkatastrophe. Dies hat heute einen Punkt erreicht, an dem „irreversible Schäden der globalen Stoffkreisläufe und des globalen ökologischen Gleichgewichts eingetreten sind. In der krisenhaften Umweltzerstörung haben sich Faktoren herausgebildet, die eine verheerende Eigendynamik entfalten und den Umschlag in die globale Umweltkatastrophe zusätzlich beschleunigen“. („Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“) Die Trockenperiode in Europa könne noch Wochen oder Monate andauern, so das „Weltzentrum für Niederschlagsklimatologie“ (WZN) des Deutschen Wetterdienstes. So brachten besonders die Monate Februar bis April bedeutende Regendefizite in weiten Teilen Europas. Der Niederschlag erreichte nur 40 bis 80 Prozent der Durchschnittsmenge der Jahre 1951 bis 2000. Die Regenmenge lag in einigen Teilen Europas sogar unter 40 Prozent. Die Folgen für die europäische Landwirtschaft sind unabsehbar.

Grund seien laut WZN „langanhaltende Hochdruckausläufer über West- und Mitteleuropa. Diese blockierten den Luftstrom über dem Nordatlantik, so dass Tiefdruckgebiete nicht über den europäischen Kontinent vorrücken konnten“. Die bürgerlichen Klimaforschungsinstitute können die gravierenden Veränderungen des Weltklimas nicht mehr verleugnen, vermeiden aber jeglichen Zusammenhang der Umweltkatastrophe mit der Weltherrschaft des Imperialismus. Als wäre es „Gott gegeben“, erläutert Frank Wechsung vom „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“: "Die derzeitige Situation setzt eine Tendenz fort, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend abgezeichnet hat: Die Winter werden feuchter, Frühjahr und Sommer trockener".

Und für den Dauerregen in Kolumbien ist das  Klimaphänomen "La Niña" verantwortlich, bei dem im Pazifik auf Höhe des Äquators ungewöhnlich niedrige Temperaturen herrschen. Ursache für die gravierenden, weltweiten Veränderungen beim Wetter und die Klimaphänomene ist Raubbau der Imperialisten an der Natur, die Rodung riesiger Waldflächen für Monokulturen wie Soja und der ungehindert zunehmende Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen. Dessen ungeachtet erklärt der „Weltklimarat“ IPPC in einer 900 Seiten dicken Studie, die im Öl-Emirat Abu Dhabi präsentiert wurde, dass „auch in 40 Jahren Öl, Gas und Kohle als Energiequellen unverzichtbar" seien. Die internationalen Energiemonopole lassen grüßen!

Die MLPD arbeitet aktiv an der Schaffung einer weltweiten Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt. Dieser Widerstand muss das ganze imperialistische Profitsystem ins Visier nehmen! Denn: „Mit der Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er Jahren wurde die Umweltkrise zur gesetzmäßigen Erscheinung der kapitalistischen Produktionsweise. Das bedeutet, dass kapitalistische Produktion und Konsumtion nur noch auf der Grundlage chronischer krisenhafter Zerstörung der Umwelt funktionieren. Damit hat die Entwicklung des Kapitalismus einen Punkt erreicht, an dem er unvereinbar wird mit dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit." ("Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution").