Betrieb und Gewerkschaft

"Wir brauchen die Solidarität aller ThyssenKrupp-Belegschaften"

12.05.11 - Zu den aktuellem Plänen des ThyssenKrupp-Konzerns, 35.000 Beschäftigte "abzustoßen" (siehe "rf-news"-Bericht) äußerte Deniz Erdogan, Betriebsrats-Vorsitzender von ThyssenKrupp Tailored Blanks in Duisburg im Interview gegenüber "rf-news":

Nach Zeitungsmeldungen habt ihr in der letzten Woche zweimal die Arbeit niedergelegt aus Anlass des geplanten Verkaufs oder der Ausgliederung von Tailored Blanks – stimmt das und was waren die Gründe der Kollegen, was fordern sie?

Das war keine Arbeitsniederlegung, das waren zwei außerordentliche Betriebsversammlungen. Als wir die Pläne über den Ticker erhalten haben, beschlossen wir kurzfristig zwei außerordentliche Betriebsversammlungen in der Nachtschicht und der Frühschicht zu machen, um die Kollegen zu informieren. Wir wollen nicht verkauft werden, weil wir befürchten, dass wir von einem eventuellen Erwerber wie von einer Heuschrecke ausgelutscht und dann weggeworfen zu werden. Wir befürchten natürlich, dass dann die Arbeitsplätze weg sind.

Was habt ihr weiter vor?

Wir beraten gerade mit den Vertrauensleuten. In der nächsten Woche werden wir eine weitere außerordentliche Betriebsversammlung machen, egal was jetzt bei der Aufsichtsratssitzung etc. entschieden wird.

Was erwartet ihr von den anderen Belegschaften des ThyssenKrupp-Konzerns?

Wir würden uns natürlich über die Solidarität aller Belegschaften aus dem Konzern freuen. Wir sind umgekehrt auch immer solidarisch gewesen, z.B. als der Grobblech-Bereich ausgegliedert werden sollte. Diesen Verkauf jetzt muss man solidarisch verhindern, daran sollten sich – wenn es nötig wird – auch die anderen Belegschaften des ThyssenKrupp Konzerns beteiligen, z.B. wenn wir Aktionen an den Toren machen.

Vielen Dank für dieses Interview.