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Anwaltsbüro protestiert gegen Razzien und Verhaftungen in der Türkei

17.05.11 - In einer Presseerklärung des "Anwaltsbüros des Volkes" heißt es dazu:

"Am 10.5.2011 wurden zeitgleich im Idil-Kulturzentrum, im Verein für Rechte und in der Föderation der Jugendvereine in Okmeydani Razzien durchgeführt. Das gesamte Viertel wurde mit dem Vorwand der Durchsuchung von Sicherheitskräften umstellt. Infolge der Operation, die nachts um 3.00 Uhr begann, wurden 46 Personen, darunter auch Grup Yorum-Mitglieder, festgenommen.

Bei der Operation ... wurden im Idil-Kulturzentrum, ob mit Haftbefehl oder ohne, alle anwesenden Personen festgenommenen und stundenlang in Bussen festgehalten. ... Unsere MandantInnen wurden unter Prügel festgenommen, sie wurden in den Fahrzeugen, in denen sie warten mussten, ständig Schlägen und Gewalt ausgesetzt. Alle Personen, die bei der Föderation der Jugendvereine festgenommen wurden, sind verletzt und haben Schlagspuren am Körper. Die Spuren von Schlägen und Gewalteinwirkung wurden seitens der gerichtsmedizinischen Fachleute festgehalten.

Die Festgenommenen wurden im Zuge der Amtshandlung angegriffen. Ein Polizist, gegen den wir legale Schritte eingeleitet haben, versuchte, eine unserer Mandantinnen zu vergewaltigen. ... Die zügellose Gewalt der Sicherheitskräfte während der Fahndungsmaßnahme zeigte sich bei der Verwundung körperlich behinderter Menschen im Fahndungsraum. ...

Diese Festnahmen haben gezeigt, dass die Aussagen der AKP-Regierung über die fortgeschrittene Demokratie und über Null-Toleranz gegenüber Folter nicht der Wahrheit entsprechen. ... Die politische Macht muss diese Angriffe, mit denen sie sich die Bevölkerung zum Gegner macht, beenden. Andernfalls wird sie mit nichts anderem als mit dem Hass und der Wut der Bevölkerung konfrontiert werden."