International

Die Denkweise des Dominique Strauss-Kahn

16.05.11 - Statt am Brüsseler Verhandlungstisch zur Durchsetzung eines verschärften Krisenprogramms für Portugal landete IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn heute vor dem Haftrichter in New York. Ein Zimmermädchen hatte ihn gestern der versuchten Vergewaltigung in seinem New Yorker Hotelzimmer beschuldigt. Dafür spricht nicht nur, dass sie ihn bei einer Gegenüberstellung klar erkannt hat, sondern auch seine fluchtartige Abreise, bei der er sein Handy und andere persönliche Gegenstände einfach liegen ließ. Kurz vor seinem Abflug wurde er auf dem New Yorker Flughafen verhaftet.

Mittlerweile wird aber auch von einer möglicherweise gezielten Intrige berichtet. Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass Strauss-Kahn schon öfter wegen sexueller Belästigungen in die Schlagzeilen geriet. Inzwischen werden auch neue Vorwürfe aus seiner Heimat Frankreich laut. Dort erwägt eine Journalistin, gegen den 62-Jährigen zu klagen, die nach eigener Darstellung 2002 von Strauss-Kahn sexuell belästigt wurde.

Der bis vor wenigen Tagen größte Hoffnungsträger der sozialdemokratischen "Sozialistischen Partei" Frankreichs offenbart damit die typische verkommene und abgrundtief arrogante Denkweise der führenden Vertreter des internationalen Finanzkapitals. Es ist alles andere als Zufall, dass jemand mit einer solchen Denkweise an die Spitze einer Organisation gehievt wird, deren Aufgabe vor allem darin besteht, die Krisenlasten mit drastischen Kürzungsprogrammen auf die große Masse der Weltbevölkerung abzuwälzen. Gleichzeitig verkehrt er selbst mit den Superreichen in Frankreich und schwelgt in größtem Luxus. In die Nesseln setzte er sich erst vor kurzem, als er bei einem Heimatbesuch in den sündhaft teuren Porsche Panamera seines Beraters Ramzi Khirou stieg.