Umwelt

Neue Hintergründe zu EHEC

Essen (Korrespondenz), 03.06.11: Angesichts der ganzen  Berichterstattung über EHEC erinnerte ich mich daran, dass kürzlich in einem Film (ich glaube es war "Food Inc.") auf einen interessanten Hintergrund zur EHEC-Entstehung hingewiesen wurde. So ist die Darmflora der Wiederkäuer nicht auf die überwiegende Fütterung mit Mais ausgelegt. Diese führt dazu, dass sich neue, aggressivere und säureresistente e.coli-Formen bilden. Durch den breiten Einsatz von Antibiotika wird das Problem noch verschärft, indem die neuen, pathologischeren e.coli-Stämme auch noch schnell antibiotika-resistent werden.  

In den USA scheint diese Krankheit schon seit 1982 bekannt. Hier gab es spektakuläre Fälle, wo Kinder durch den Verzehr verseuchter Hamburger starben. Hauptquelle für Infektionen mit pathogenen E.Coli Stämmen ist das Rind im Kontext der industriellen Landwirtschaft, deshalb heißt diese Krankheit auch in den USA  scherzhaft  „Hamburger Disease“. Die Häufigkeit der Erkrankungen nahm seither ständig zu: Heute werden pro Jahr 110.000 Fälle in den USA registriert, Tendenz (weltweit) steigend, 30 Länder haben seither Infektionen gemeldet.  In Großbritannien sind es 40.000 jährlich. Die Ansteckungszeit dauert nur wenige Tage und es ist nur eine sehr geringe Menge an Bakterienmaterial erforderlich (zehn sollen schon genügen).

Ich glaube nicht, dass es sich um genau denselben Erreger wie bei EHEC handelt. Aber die Frage ist, warum nicht gleich alle internationalen Erfahrungen zu Rate gezogen werden und nur nach und nach Meldungen durchsickern. Mit Recht ist Wachsamkeit geboten, aber kein Grund zur Panik.