Umwelt

AKW-Betreiber wollen mit Drohung von Kostensteigerung die Bevölkerung erpressen

06.06.11 - Kaum hat die Regierung ihren Stufenplan für die Abschaltung aller AKW verkündet ("rf-news" berichtete am 4.6.), erheben die großen AKW-Betreiber ein Gejammer über die drohenden Verluste und malen für den Steuerzahler und Stromkonsumenten Kostensteigerungen an die Wand. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht seinen Haushalt mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr belastet. Warum überhaupt der Steuerzahler?

Alle AKW in Deutschland gelten nach 19 Jahren Laufzeit als abgeschrieben. Das jüngste ging 1989 ans Netz und ist jetzt 22 Jahre in Betrieb. Eine Million Euro Gewinn pro Tag bringen die abgeschriebenen Meiler den Betreibern. Das hat Lutz Mez von der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin vor zwei Jahren berechnet ("Süddeutsche Zeitung vom 6.7.2009: "Alte AKW - die Gelddruckmaschinen").

Heinz Smital, Atomenergieexperte von Greenpeace hatte damals auch schon auf eine weitere Gefahr hingewiesen. Die Stromkonzerne würden mit der Nachrüstung der alten Meiler zögern und an Sicherheitstechnik sparen, nach dem Motto "Der wird ja eh bald abgeschaltet". Umso dringlicher stellt sich für die Umweltbewegung, den aktiven Widerstand für die sofortige Stilllegung aller AKW zu kämpfen. Also Abschalten sofort - auf Kosten der Betreiber!