Umwelt

Japan will alle heruntergefahrenen Atomkraftwerke wieder ans Netz bringen

08.06.11 - Die japanische Regierung will die nach dem Atomunglück von Fukushima zu Inspektionen heruntergefahrenen älteren Atomkraftwerke in erdbebengefährdeten Gebieten im Juli wieder in Betrieb nehmen. Sonst könnte der Strombedarf für Klimaanlagen in der Zeit der einsetzenden Sommerhitze nicht gedeckt werden. Das teilte Industrieminister Banri Kaieda gestern mit.

Genau einen Tag, nach dem die Betreiberfirma Tepco drei Kernschmelzen in Fukushima offiziell zugegeben hat! Und das auch noch, bevor die sogenannten "unabhängigen" Untersuchungen über die Atomkraftwerke abgeschlossen sind. Dazu soll ein neu eingesetztes Expertengremium  erst gegen Ende des Jahres einen Zwischenbericht vorlegen. Ein abschließendes Urteil soll dann kommen, wenn die Krise bewältigt sei.

Trotzdem sollen jetzt alle Meiler wieder ans Netz gehen. In vorauseilendem Gehorsam zur Rechtfertigung der Fortsetzung der Atompolitik in Japan verbreiten die Massenmedien die Meldungen, dass es sich bei Fukushima um menschliches Versagen und Verstöße gegen die Sicherheitsrichtlinien gehandelt hätte. Damit soll der Eindruck erweckt werden, dass die japanischen AKW eigentlich doch sicher seien. Damit soll die Kritik der weltweiten Anti-AKW-Bewegung unterlaufen werden. Sie weist seit Jahren nach, dass es keine sichere Beherrschbarkeit der Atomenergie gibt.

Viele Gemeinden trauen mit Recht weder Tepco noch der japanischen Regierung. Sie wollen eigene Untersuchungen über das tatsächliche Ausmaß der Strahlenverseuchung und ihren Folgen in Auftrag geben. Die unverantwortliche Haltung der Regierung von Japan zeigt, wie notwendig die Verstärkung des weltweiten aktiven Widerstands zur Stilllegung aller AKW und die internationalistische Solidarität ist.

Das wird auch ein aktuelles Thema auf dem Widerstandcamp beim 15. Internationalen Pfingstjugendtreffen.