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Peru: Mit Ollantas Sieg eröffnet sich neue politische Periode in Peru

Peru (Korrespondenz), 08.06.11: Laut Angaben der peruanischen Wahlbehörde ONPE siegt Ollanta über Keiko Fujimori mit 51,34 Prozent zu 48,66 Prozent. Auch wenn noch etwa 10 Prozent aller Stimmen noch nicht ausgezählt sind, der Ausgang scheint deutlich zu sein. Tatsächlich, die "Hoffnung hat die Angst besiegt". Auch wenn das keine soziale Revolution ist, hat sich die Sehnsucht der Massen nach sozialer Gerechtigkeit durchgesetzt. Es sind vor allem die Ärmsten dieses Landes, die diesen Sieg errungen haben. So z.B. im Puno, wo Ollanta vor der Tochter des ehemaligen Diktators Fujimori mit 77,9 zu 22 Prozent liegt.

Die Stichwahl hat das Land politisch polarisiert und seinen zunehmenden sozialen Konflikten mehr Zündstoff geliefert. Die Arbeiter und Volksmassen haben es satt auf ewig zu warten, sie wollen mehr teilhaben an dem offiziellen wirtschaftlichen Wachstum des Landes. Aber diejenige die von der brutalen Ausbeutung des Landes profitieren wollen keine Reformen. Die Herrschenden fürchten um ein neues Erwachen des Kampfes um nationale und soziale Befreiung.

Deshalb sind sie auch gegen Ollanta mit offenem Antikommunismus und platten Verleumdungen vorgegangen. Er wurde als "politischer Ziehsohn von Hugo Chavez" benannt. Ollanta ist kein Sozialist. Mit seinem Regierungsprogramm will er eine "nationale Markwirtschaft" durchsetzen, also Reformen im Sinne der nationalen Bourgeoisie, was objektiv mit der marktwirtschaftlichen Öffnung des Landes für das internationale Finanzkapital in den vergangenen 15 Jahren kollidiert.

Der massive Einsatz der Massenmedien gegen Ollanta hat diesmal nicht gereicht. Auch nicht der offene Hass und die gewollte Zuspitzung des politischen Klimas. Die Massen gehen mit großen Erwartungen in die neue politische Periode. Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit wird Grundlage und  Richtung für die neue Regierung sein. Das ist jetzt auch das neue Feld auf dem der Kampf um nationale und soziale Befreiung und um den Sozialismus ausgetragen wird. Der weltweite Linkstrend unter den Massen ist auch in Peru deutlich hervorgetreten!