Frauen

Die Fussball WM der Frauen beginnt

26.06.11 - In Kürze wird das erste Spiel der Fußballweltmeisterschaft der Frauen - zwischen Nigeria und Frankreich - angepfiffen. Um 18 Uhr wird dann in Berlin vor über 70.000 Zuschauern die deutsche Mannschaft ihr erstes Spiel gegen Kanada bestreiten. Deutschlands Frauenmannschaft zählt neben Brasilien und den USA zu den großen Favoritinnen des Turniers. Zweimal haben die deutschen Frauen den Titel schon geholt. Die Ausrichtung der Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland kennzeichnet auch einen besonderen Erfolg der Frauenbewegung.

Während in vielen europäischen Ländern Frauen es den Männern schon lange gleichtaten, war der Frauenfußball in Deutschland jahrzehntelang geächtet. Während des Hitlerfaschismus galt Frauenfußball als nicht erwünscht. Fußball sei ein Kampfsport für Männer und dieser würde der Rolle der Frau als Hüterin des Hauses widersprechen. Dieses reaktionäre frauenfeindliche Bild prägte auch lange die herrschende Meinung in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik. Fußballspielende Frauen wurden als "Mannweiber" beschimpft und von den Plätzen verjagt. Unter Androhung von Strafen wie Verbandsausschluss hatte 1955 der DFB seinen Vereinen untersagt, Frauenfußballmannschaften zu gründen oder auch nur auf ihren Fußballplätzen spielen zu lassen.

Es waren vor allem Arbeiterfrauen und -mädchen im Ruhrgebiet, die in Eigeninitiative Vereine gründeten und auf kommunalen Sportplätzen den Spielbetrieb organisierten. In den 1970er Jahren unterstützte die kleinbürgerliche Frauenbewegung das Anliegen und der Frauenfußball nahm einen Aufschwung. Rund 60.00 Frauen spielten trotz Verboten und Diffamierungen Fußball. Der DFB gab 1970 seinen Widerstand auf, weil er befürchtete, dass er durch einen unabhängig von ihm organisierten Frauenfußball seine Machtstellung einbüßen und damit auch eine erkleckliche Einnahmequelle verlieren könnte.

Die Altherrenriege der internationalen Fußballverbände entdeckte die Fußballfrauen als Werbeträger. Der Chef des internationalen Fußballverbandes FIFA, Josef Blatter, erntete breite Empörung, als er 2004 mit dem Vorschlag rüberkam, dass die Frauen doch engere Shorts und Trikots tragen sollten. Sie sollten über sexistische Signale dem Frauenfußball mehr TV-Wirksamkeit liefern.

Zwar hat der Frauenfußball noch nicht die Massenwirkung wie der Männerfußball erreicht, aber er steht heute hinter der WM der Männer und den Olympischen Spielen in der zweiten Reihe der massenwirksamsten Sportereignisse. Es werden jetzt rund 15 Millionen Zuschauer an den Fernsehern erwartet. Kein Wunder, dass sechs Konzerne, darunter Mercedes, Deutsche Bahn, Allianz u.a. als Sponsoren an die 4 Millionen Euro investieren. Das erhöht natürlich den Druck auf die Nationalspielerinnen, unbedingt zu gewinnen.

Echte Sportfreunde lassen sich ihre Begeisterung nicht davon abhängig machen. Sie werden mit Sicherheit hochklassige und spannende Spiele zu sehen kriegen. Die beste Wirkung der WM ist ohnehin eine andere: Wenn sich noch mehr Mädchen für diesen Sport entscheiden und in die Vereine eintreten. Fußball kann dazu beitragen, Gemeinschaftsgeist, Reaktionsfähigkeit, strategisches Denken und taktische Geschicklichkeit zu entwickeln und fördert darüber hinaus das Selbstbewusstsein der Sportlerinnen.

Deshalb war es auch ein guter Schritt, dass beim 15. Internationalen  Pfingstjugendtreffen neben den traditionellen Fußballturnieren für Jungens auch ein Fußballturnier für Mädchen stattgefunden hat. Vielleicht hat hier auch noch die Unterschätzung des Mädchen- und Frauenfußballs gewirkt, so dass noch gar nicht so viele Mannschaften dabei waren. Aber was noch nicht war, kann nur noch besser werden. Mädchen- und Frauenfußball ist ein wertvoller Bestandteil der Lebensschule der proletarischen Denkweise, wie sie der Jugendverband der MLPD, der REBELL, unter der Masse der Jugend verwirklicht. In dem Sinne sind die Spiele der WM auch ein guter Ansporn.