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Imperialistische Afghanistan-Strategie gescheitert -

23.06.11 - Vor eineinhalb Jahren sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen angesichts des sich abzeichnenden Desasters der imperialistischen Afghanistan-Strategie: „Nein, nein, Präsident Obama hat keine ‚exit strategy’ formuliert. Er hat eine schrittweise Machtübergabe an die Afghanen in Aussicht gestellt. Rückzug ist aber nur möglich, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Wir werden nicht für alle Ewigkeit in Afghanistan sein. Aber wir bleiben so lange dort, bis unser Job erledigt ist.“ Die USA und die meisten kriegführenden NATO-Länder erhöhten damals ihre Truppenstärke in Afghanistan, neue Länder wurden für die Allianz rekrutiert. Es sind keineswegs in erster Linie Taliban, sondern das afghanische Volk, das der imperialistischen Besatzung hinhaltenden Widerstand entgegensetzt. Die ISAF haben so gut wie keinen Rückhalt unter der afghanischen Bevölkerung. 123.457 eingesetzte Soldaten aus 48 Staaten konnten den Krieg nicht für die Besatzer entscheiden. Ganz offensichtlich steht das ganze Konzept vor dem Scheitern. 

Nicht, dass sie ihren Job nicht getän hätten! Die imperialistischen Aggressoren und Besatzer haben ganze Arbeit geleístet: tausende von Zivilisten, darunter viele Kinder, wurden ermordet - im angeblichen Kampf gegen den "Terrorismus". Nirgendwo leben Frauen so gefährlich wie in Afghanistan - gezielte Gewalt, schlechte medizinische Versorgung und große Armut sind alltägliche Probleme. Das Bildungswesen ist schlechter als je zuvor, die Infrastruktur liegt darnieder - dabei hatten Bush, Obama und Merkel doch immer von Fortschritt und Demokratie gesprochen, die sie nach Afghanistan bringen wollten!

Jetzt hat US-Präsident  Barack Obama seine Pläne für einen Abzug von US-Soldaten aus Afghanistan bekannt gegeben und verkündet, man wolle den „Schutz der afghanischen Bevölkerung“ und die Stärkung der dortigen Regierung von US-Gnaden mit friedlicher Aufbauhilfe und der Fortsetzung der angeblich bereits erfolgreichen Afghanisierung bewerkstelligen. Bis zum Sommer 2012 sollen 33.000 US-Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden; 10.000 bis Ende 2011. Angesicht der weltweit und auch in den USA wachsenden Gegnerschaft zu diesem Krieg, angesichts des unlösbaren Dilemmas in der „Problemregion“ Afghanistan / Pakistan, will Obama mit diesem Manöver Land gewinnen. Tatsächlich würde eine Niederlage der US- und IFOR-Truppen die Lage in der ganzen Region zu Ungunsten der Besatzer weiter destabilisieren und die Völker im Kampf gegen imperialistische Unterdrückung noch mehr zum Widerstand ermutigen. Zwei Drittel der derzeit 98.000 US-Soldaten werden als Besatzungsmacht bleiben.

Mit der Reduzierung ihrer Truppen geben die USA und die anderen imperialistischen Länder  ihre Ambitionen zur Beherrschung der für sie strategisch enorm wichtigen Region nicht auf. Die Ausbeutung der riesigen Lithium-Vorkommen und weiterer gigantischer Rohstofflager soll Milliarden in die Kassen der internationalen Monopole spülen. Auch für den Transport des Öls aus der Kaukasusregion ist die Gegend von Bedeutung. Afghanistan dürfe, warnt Obama unverhohlen, nicht zum Rückzugsort des „internationalen Terrorismus“ werden. Angesichts des Scheiterns der bisherigen Afghanistan-Strategie werden die USA sich nunmehr der eigens entwickelten Counter Insurgency Strategy (Strategie der Aufstandsbekämpfung) bedienen. Diese zielt auf die Unterdrückung und Liquidierung der organisierten antiimperialistischen und revolutionären Kräfte. 

So tun die Imperialisten ihren Job - tun wir den unsrigen! In der Koordinierung der weltweiten Befreiungskämpfe. Indem die ICOR-Parteien in ihren jeweiligen Ländern den Rückzug aller ausländischen Truppen durchsetzen. Indem wir für einen neuen Aufschwung des Kampfs für den echten Sozialismus eintreten - weltweit!