Politik

Aufschlussreiche Pressekonferenz des "Stuttgarter Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21"

Stuttgart (Korrespondenz), 27.06.11: Am letzten Freitag fand im Stuttgarter Gewerkschaftshaus eine in mehrerer Hinsicht bemerkenswerte Presskonferenz des "Stuttgarter Bündnisses gegen Stuttgart 21" statt. Unter Leitung des Sprechers der "Parkschützer", Mathias von Herrmann, nahm das Bündnis noch einmal zu Ereignissen rund um die Bauplatzbesetzung im Anschluss an die Montagsdemonstration am 20.06. Stellung.
Mathias von Herrmann distanzierte sich zunächst mehrfach von Gewalt gegen Sachen und Personen, die am 20.06. auf dem Bauplatz geschehen waren und die dem Bündnis als angeblicher Drahtzieher unter geschoben wurden. Dazu wies er auf den Gewaltverzicht im Aktionskonsens der "Parkschützer" und ähnliche Äußerungen einer Pfarrerin hin. Allerdings äußerte er sich mit keinem Wort zu der bundesweiten Hetzkampagne in den bürgerlichen Massenmedien gegen die Besetzung des Bauplatzes und den Widerstand gegen "Stuttgart 21". Kein Wort auch über die vorangegangenen Provokationen der Bahn, etwa in der Wiederaufnahme der Baumaßnahmen am Grundwassermanagement ohne neue Baugenehmigung. Die Frage, ob der enttarnte Agent Provokateur zu einer Straftat aufgefordert hat, als er dazu ermunterte, Wasserrohre durcheinander zu werfen, beantwortete er leider auch nicht eindeutig.

Ganz wesentlich dagegen die Augenzeugenaussagen über die Enttarnung des provozierenden Zivilpolizisten, über das anschließende Handgemenge und darüber, dass von einer schweren Verletzung keine Rede sein kann, da sich anschließend niemand von den anwesenden Sanitätern oder Kollegen um ihn gekümmert hatte.  Widerlegt wurde auch mit Videos und Zeugenaussagen, dass acht Polizisten durch die Zündung eines Chinakrachers ein "Knalltrauma" erlitten hätten. All diese Fakten wurden anschließend von den bürgerlichen Massenmedien nur selten erwähnt. Wichtiger war ihnen da schon das Dementi eines Polizeisprechers, es sei völlig absurd, anzunehmen, auf dem Bauplatz habe letzten Montag ein Agent Provokateur agiert. Und überall hieß es nur, von Herrmann habe sich für die Vorkommnisse während der Besetzung entschuldigt.