Betrieb und Gewerkschaft

WDR-Kollegen kämpferisch

Essen (Korrespondenz), 05.07.11: Mehr als 200 Kolleginnen und Kollegen des WDR haben gestern von 9 bis 11 Uhr der Forderung der Gewerkschaften im WDR nach 5% mehr Lohn/Gehalt mit einem Warnstreik vor den Tarifverhandlungen Nachdruck verliehen.

Aus fast allen Bereichen und auch von den Landesstudios waren Kolleginnen und Kollegen vertreten und gaben mit Fahnen, T-Shirts und Kampftüten, Trillerpfeifen ein buntes, lautes und kämpferisches Bild. Die Forderung nach einem Tarifabschluss, der über der Inflationsrate liegt, trifft auf große Zustimmung. Auf übergroßen Postkarten waren Unterschriften gesammelt worden, die die Intendantin Monika Piel auffordern, ihrer Zusage vom Oktober 2010 für einen „fairen Tarifabschluss“ endlich nachzukommen. Ihre Ablehnung, die Postkarten persönlich entgegen zu nehmen, zeigt eine gewisse Nervosität der Geschäftsleitung, ebenso wie die Anweisung an die Abteilungsleiter, Teilnehmer am Warnstreik namentlich festzuhalten. Das hat sicher einen Zusammenhang damit, dass der Warnstreik gemeinsam von den Gewerkschaften im WDR organisiert wurde: Ver.di, DJV (Deutscher Journalistenverband NRW), DOV (Deutsche Orchestervereinigung) und auch die Freien Kolleginnen und Kollegen sind einbezogen. In den Gesprächen nach den offiziellen Reden wurde deutlich, dass bereits tiefgreifende Veränderungen stattfinden und weitere auf die Belegschaft zukommen. Wenn zum Beispiel die bisherige Aufgabe zu 100% an eine „Fremdfirma“ geht und man seinen Arbeitsplatz zwar nicht verliert, aber seine bisherige Arbeit. Dazu kommt ein zunehmender Druck und auch Mobbing. Die kämpferische Aktion war von einem gewachsenen Zusammenhalt geprägt und immer wieder wurde die Notwendigkeit der gegenseitigen Solidarität und Organisierung in einer Gewerkschaft betont. So passte es auch, dass zum Schluss die „Internationale“ abgespielt wurde.