Kultur

Ausgelassene Sommerfeste im Westen und Süden

Ausgelassene Sommerfeste im Westen und Süden
Höchste Konzentration im Hof der "Horster Mitte"

17.07.11 - In der „Horster Mitte“ in Gelsenkirchen und im Arbeiterbildungszentrum Süd in Stuttgart gab es gestern tolle Sommerfeste – mit viel Kultur, spannenden politischen Diskussionen und ausgelassenen Feiern.
Aus Gelsenkirchen wird berichtet: Mit super Stimmung und Tanz zur Musik der Gelsenkirchener Rockband „Infrarot“ ging gestern das 8. Sommerfest der Horster Mitte zu Ende. Vorher hatten bereits die kurdischen Musiker Roni & Band und das Horster Urgestein Salvatore mit Sängerin Diana kräftig eingeheizt - „Volare“ im strömenden Regen!

Ein „Erlebnisparcours“ lockte am Tag die kleinen Gäste – an fast allen ca. 25 Informations- und Verkaufsständen gab es Spiele, Rätsel, Mitmachsachen für die Kleinen. Und für die „Großen“ ein reichhaltiges Angebot: vom selbstgemachten Honig, Kunsthandwerk und Schmuck zum Selbermachen über Literatur, Reisen und Wein der Agentur „people to people“, bis hin zu Infos über die aktuelle Entwicklung im Iran und Türkei-Kurdistan. Kulinarischer Renner waren die Thüringer Bratwürste, die der MLPD-Vorsitzende Stefan Engel so hingebungsvoll wie ausdauernd grillte - eine gute Gelegenheit auch für zahlreiche Diskussionen rund um den Grillstand. Die Koordinierung der bundesweiten Montags-Demo war ebenso vertreten wie die MLPD, Solidarität International, das Kommunalwahlbündnis AUF Gelsenkirchen, verschiedene Migrantenorganisationen oder der Jugendverband REBELL. Insgesamt 1.300 Besucherinnen und Besucher nutzten das traditionelle Sommerfest und den Tag der offenen Tür.
Am Nachmittag beantworte Peter Weispfenning vom Zentralkomitee der MLPD, „Was Sie schon immer über die MLPD wissen wollten“. Im Zentrum standen Fragen zur Auseinandersetzung mit dem Antikommunismus: Warum die MLPD im Internet oft anonym als „Sekte“ dargestellt wird, wollte z.B. eine Besucherin wissen. „Schon zu Marx Zeiten haben seine Gegner versucht, seine wissenschaftliche Erkenntnis als religiöse Heilslehre zu diffamieren. Sekte bedeutet Indoktrination. Das genaue Gegenteil ist das Anliegen der MLPD: den Menschen helfen, selbständig zu denken und zu handeln.“ Ein anderer Kollege wollte wissen, wann es denn mit dem Sozialismus in Deutschland so weit sei? Darauf eine „dialektische Antwort“: „Es dauert vielleicht länger als du hoffst, es kann aber auch schneller gehen, als wir heute noch denken!“

Beim Stuttgarter „Neckarfest“ im ABZ Süd war das Wetter so, wie es sich gehört für ein Sommerfest. Ein Korrespondent berichtet:
Kinder spielen auf der Straße vor dem ABZ, die wie jedes Jahr an diesem Tag für den Verkehr gesperrt ist. Die Gäste sitzen derweil im Schatten und genießen ihre Wurst, einen Fladen oder ein Steak. Im Courage-Café gibt es ein überbordendes Kuchenbüffet, das einem die Wahl schwer macht. Gute Stimmung in StuttgartZu diesen Genüssen spielt die Gruppe Dolfi-Favino-Reinhard einen leichten „Zigeunerjazz“. Die Nutzer des Hauses, das ABZ-Süd, die Landesleitung der MLPD Baden-Württemberg und der Jugendverband REBELL haben eingeladen - das ABZ feiert auch seinen 25. Geburtstag! Es sind viele helfende Hände, die solche ein Fest erst möglich machen. Eine Gruppe Jugendlicher aus dem Jugendzentrum stellt unter Anleitung einer Schauspielerin mit „Yourstory“ Geschichten in Gesang, Schauspiel, Rap, Breakdance und Tanz dar. Der REBELL führt den Sketch „Sofort alle Atomanlagen stilllegen“ auf. Gleich im Anschluss findet im Saal eine Diskussionsveranstaltung über die MLPD statt. Eine Krankenschwester fragt: „Es wurde gesagt, Mitglied bei der MLPD zu sein, stellt hohe Ansprüche. Bin ich als Krankenschwester diesen Ansprüchen überhaupt gewachsen?“ Welche Migrantenarbeit macht die MLPD? Was tut sie in der internationalistischen Arbeit? Das waren weitere Fragen, um die sich eine lebhafte Diskussion entspann. Das ganze Fest hat einen internationalen Charakter. Die türkisch-kurdische Gruppe Bir Kar aus Stuttgart ist inzwischen eine beliebte und verlässliche Partnerin beim Neckarfest. Eine Bildwand vermittelt Eindrücke von der Weltfrauenkonferenz in Caracas. Es gibt Info- und Mitmachstände der verschiedensten Organisationen rund um den Hof. Die Bands? Eduardo spielt lateinamerikanische Lieder. Pit Bäuerle und Margot spielen, dann Waikikuna, die Gruppe Auftakt, Toni, die Companeras mit ihren frechen Liedern. Etwas über 450 Besucher werden es am Ende sein, die einen schönen Nachmittag und Abend erleben.