International

Brasilien: 10.000 Automobilarbeiter streikten

Stuttgart (Korrespondenz), 19.07.11: Am Freitag, den 8.7., wurde in São Bernardo do Campo (São Paulo – „ABC-Region“) in Brasilien von den zwei größten Gewerkschaftsverbänden der Metallarbeiter der Autoindustrie zu einem Streik aufgerufen.

Es beteiligten sich mindestens 10.000 Kolleginnen und Kollegen von Mercedes-Benz, Toyota, Ford, Volkswagen, Scania, Zulieferfirmen und Leiharbeiter. Obwohl in den Medien gegen den Streik gehetzt wurde („er ist illegal“), und für jede Behinderung der Autobahn 1 Mio Real Strafe angedroht wurde, ließen es sich die Kollegen nicht nehmen, die wichtigste Autobahn für mehrere Stunden zu besetzen. Laut einem Gewerkschaftsvorsitzenden sind die Pkw-Importe so stark angestiegen, daß eine „Deindustrialisierung Brasiliens“ drohe. So zitierte er direkt aus Dokumenten der FIESP (Industrieverband von São Paulo): von 2010 bis heute stiegen die Importe von Pkw um 52% (von 679.000 in 2010 auf über 1 Mio in 2011). Die neue Präsidentin Dilma Rousseff wurde kritisiert, sie solle sich für die „Sicherung der nationalen Industrie“ einsetzen und für Arbeitsplätze. Die Kollegen protestierten vor allem für höhere Löhne.

Vom Arbeiterstandpunkt her kann nur der gemeinsame Kampf über Ländergrenzen hinweg erfolgreich sein: Werben wir deshalb für den 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlag in München 2012 und gewinnen Kollegen aus allen Ländern dafür!

Infos zum Internationalen Automobilarbeiterratschlag: www.iaar.de.