Politik

Faschistischer Attentäter in Norwegen handelte aus aggressiv antikommunistischen Motiven

24.07.11 - Nachdem gestern die bürgerlichen Medien noch überwiegend Spurenverwischung betrieben und z.B. verharmlosend von einem "christlich-fundamentalistischen Hintergrund" sprachen, wird mittlerweile die faschistische Gesinnung des Massenmörders Anders Behring Breivik immer offensichtlicher (siehe auch "rf-news"-Artikel von gestern). So hat er kurz vor seiner Tat, die 92 Menschen das Leben kostete, per Email ein 1.500 Seiten starkes Manifest und ein zwölfminütiges Video verschickt, indem er ausführlich auf seine faschistisch-rassistisch-antikommunistischen Motive eingeht.

Darin bekennt er, dass er bereits seit 2002 "einen präventiven Krieg" gegen die angeblichen "marxistisch/multikulturellen Regime in Europa" führe. Sein Ziel sei, Europa vor dem Islam und einem sogenannten "Kulturmarxismus" zu retten. Letzteres ist ein gebräuchlicher antikommunistischer Begriff in der faschistischen Szene. Das unterstreicht, dass es alles andere als Zufall war, dass für den Attentäter die Feriencamps meist linker Jugendorganisationen auf der Insel Utøya ein zentrales Feindbild waren.

Seine abscheuliche Tat reiht sich damit auch ein in die europaweite bzw. internationale Entwicklung, dass sich die Faschisten immer offener und direkter gegen linke und revolutionäre Kräfte richten. Gegen die These des angeblichen "Einzeltäters" spricht unter anderem, dass es in seinem Manifest Hinweise auf angebliche Finanzierungsquellen und Helfer in anderen europäischen Ländern, in Australien und Amerika gibt.