International

Grassierende Armut in USA

Philadelphia / USA (Korrespondenz), 27.07.11: Die öffentliche Diskussion über die massive Verschuldungskrise der USA verdeckt, dass für große Teile der Bevölkerung die Lage immer dramatischer wird. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Löhne hinken bei weitem den Preisen hinterher. Pleite zu sein ist für viele Familien ein Dauerzustand geworden, mehr als die Hälfte der Familien hangelt sich jeden Monat von Gehalts-Scheck zu Gehalts-Scheck. Seit dem 2. Weltkrieg waren noch nie so viele US-Familien zahlungsunfähig, die private Verschuldung beträgt im Durchschnitt 75.600 Dollar, während das durchschnittliche Jahreseinkommen bei 26.260 Dollar liegt.

Nur 58 Prozent der US-Amerikaner haben eine Arbeit, jeder fünfte amerikanische Mann zwischen 25 und 54 Jahren ist arbeitslos. Um überhaupt existieren zu können, werden von den betroffenen Familien immer neue Schulden gemacht, oftmals bei privaten Kredithaien, die mit Wucherzinsen die Notlage noch verschärfen. Bereits letztes Jahr lebte jedes fünfte Kind in den USA unterhalb der Armutsgrenze, über 44 Millionen Menschen hätten ohne Lebensmittelmarken nichts mehr zu essen, die Hälfte davon sind Kinder.

Aber im reichsten Land der Erde ist der Militärhaushalt mit 650 Milliarden US-Dollar so hoch wie niemals in der Geschichte. Um die Staatspleite abzuwenden, wird die US-Regierung die Armen noch mehr ins Elend drücken. Jedoch sehen auch immer mehr Menschen aufmerksam nach den Kämpfen in Europa gegen die Abwälzung der Krisenlasten. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Funke übergreift.