Politik

Verantwortliche für die Loveparade-Katastrophe dürfen sich nicht aus der Affäre ziehen

Verantwortliche für die Loveparade-Katastrophe dürfen sich nicht aus der Affäre ziehen

Duisburg (Korrespondenz), 26.07.11: "Aus Respekt vor unseren Kindern" forderte Nadia Zanacchi, die Mutter der zu Tode gekommenen Giulia Minola (21) aus Italien, dass die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen werden müssen. In einer bewegenden Rede, sprach sie den 7.000 Gästen der Trauerfeier am Sonntag im MSV-Stadion in Duisburg aus dem Herzen. Sie sprach im Namen der 21 Eltern, die ihre Kinder auf so tragische Weise genau vor einem Jahr verloren.

21 Jugendliche, die - wie Hunderttausende - nach Duisburg fuhren, um an der "Loveparade" teilzunehmen. Nadia Zanacchi berichtet, wie sorglos ihre Tochter wegfuhr in dem festen Glauben, dass bei so einem Massenevent nichts passieren kann. Sie sieht ihre Tochter ein letztes Mal Lächeln, als sie das Haus verläßt. Einen Tag später erfährt sie vom Tod ihrer Tochter.

Mittlerweile ist hinreichend bewiesen, dass ein Großteil der Entscheidungsträger den Trick kannte, ein Sicherheitskonzept für 250.000 Besucher vorzulegen, obwohl sie wussten, dass viel mehr kommen. Ein Sicherheitskonzept für 250.000 kostet einen Bruchteil dessen, was man für die Sicherheit für eine Million Teilnehmer ausgeben muss. Das Ganze war reine Geldschneiderei, Wichtigtuerei und Profitmacherei.

Die Duisburger sind nicht bereit zuzulassen, dass sich die Verantwortlichen aus der Affäre ziehen. Seit nun einem Jahr fordern sie den Rücktritt des Oberbürgermeisters und die strafrechtliche Verfolgung aller Verantwortlichen aus Polizei, Verwaltung und Politik – bis in die Landesregierung hinein.

In dem Zusammenhang ist eine Initiative "Neuanfang für Duisburg" derzeit sehr erfolgreich. Sie sammelt auf Grundlage einer neuen Gesetzgebung in Nordrhein-Westfalen Unterschriften für die Abwahl des Oberbürgermeisters durch einen Volksentscheid. Binnen drei Wochen haben sie schon über 30 000 Unterschriften zusammen. OB Sauerland ist für die Duisburger zum Sinnbild des Versagens bei der "Loveparade" und einer arroganten Machtelite geworden. Die MLPD unterstützt kritisch diese Initiative und verbindet das mit der Zukunftsdebatte, welche Politiker wir brauchen und dass die Zukunft der Jugend im echten Sozialismus besteht.