Politik

Weltweite Trauer und Empörung wegen des faschistischen Massakers in Norwegen

25.07.11 - Nicht nur in Norwegen trauern zahlreiche Menschen um die Opfer des brutalen faschistischen Massenmords in Norwegen. Es wächst aber auch die Empörung über die Verharmlosung und Vertuschung der tatsächlichen Hintergründe (siehe auch "rf-news" von gestern). Warum wurde noch am Tag des Massakers der Eindruck erweckt, islamische Fundamentalisten steckten hinter der Tat? Warum wird bis heute so getan, als sei der Attentäter Anders Breivik "aus dem Nichts" aufgetaucht, obwohl sich die Staatsorgane bestens informiert über seine Internet-Aktivitäten und Kontakte zu faschistischen Gruppierungen im In- und Ausland zeigten? Warum wird an der Behauptung vom "Einzeltäter" festgehalten, obwohl immer mehr Informationen über Breiviks internationale Netzwerke ans Tageslicht kommen und er in seinem Manifest stets in der "Wir"-Form spricht?

Das sind nur einige Fragen, deren lückenlose Aufklärung im Sinne eines konsequenten Vorgehens gegen alle faschistischen Organisationen und ihre Propaganda gefordert werden muss. Zurecht stoßen auch erneute Anschläge und Provokationen durch Faschisten in Deutschland auf wachsende Empörung. In einer Presseerklärung teilt die Linkspartei aus Radevormwald mit (Auszüge):

"Nur einen guten Tag hat es gedauert, bis die katastrophalen, christlich-fundamentalistisch und faschistisch motivierten Anschläge von Oslo (Norwegen) in Radevormwald Nachahmer gefunden hatten. Mit Empörung weisen wir darauf hin, dass die Moschee einer unserer moslemischen Gemeinden in der Nacht von Samstag auf Sonntag, mutmaßlich gegen Mitternacht, mit Steinwürfen angegriffen wurde. ...

Wir weisen darauf hin, dass der gefasste Täter von Norwegen auch gesagt haben soll, er kämpfe gegen die Islamisierung Europas und die linksliberale Politik. Genau dieses Feindbild kennen wir von in Radevormwald aktiven Organisationen der extremen Rechten 'Pro NRW'. ... Es darf hier keine Verharmlosung mehr geben. Gerade die Gefahr, die von sich selbst so nennenden Rechtspopulisten ausgeht, darf nicht mehr unterschätzt werden. Der Täter von Oslo war bis 2006 in einer solchen Partei."

In einem Bericht aus Essen heißt es: "Am vergangenen Samstag trafen sich auf Initiative des Bündnisses 'Essen stellt sich quer' rund 40 Antifaschisten zu einem Saubermach-Spaziergang in Borbeck, um den Stadtteil von neonazistischen Schmierereien und Aufklebern zu reinigen. Vor Ort stellte sich heraus, dass die neofaschistische NPD eine 'Gegenkundgebung' angemeldet hatte, auf der sie die seit langem erhobene Forderung nach einem NPD-Verbot mit der Forderung nach einem Verbot von Antifa-Gruppen 'konterte'. Ein unmöglicher Vorgang war dabei, dass die Polizei die Organisatoren des Saubermach-Spaziergangs vorher nicht über die Nazi-Kundgebung informiert hatte.

Besonders niederträchtig: einen Tag nachdem einer ihrer 'Brüder im Geiste' durch einen rassistisch-faschistisch motivierten Bombenanschlag in Oslo und ein anschließendes Massaker auf einem Jugendcamp fast 100 vor allem junge und links gerichtete Menschen ermordete, erdreisten sich die NPD-Nazis gegen angebliche 'Gewalt von links' zu demonstrieren. ..."