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Zu Besuch bei der Protestbewegung "Echte Demokratie Paris"

Paris (Korrespondenz), 25.07.11: Die Bewegung "Echte Demokratie Paris“ ("Democratie reelle Paris") organisierte am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, eine Kundgebung am Place de la Bastille. Diese Bewegung verbreitete sich von Spanien auch nach Frankreich aus und ist in vielen Städten des Landes aktiv. Am Anfang verlief alles friedlich, doch dann erschien die Polizei mit einem massiven Aufgebot und wollte die Kundgebung vor der neuen Oper gewaltsam auflösen.

Daraufhin erhob sich starker Protest der Teilnehmer, aber auch etlicher Passanten (Paris war zu dieser Zeit voll von Touristen). Einige Teilnehmer forderten die Polizei auf, diesen Angriff sofort einzustellen. Aufgrund des Protestes und der Entschlossenheit der Teilnehmer, nicht von der Treppe der Oper zu weichen, aber sich auch nicht durch die Polizei provozieren zu lassen, stellte diese schließlich ihren Versuch der gewaltsamen Räumung ein.

Es gab anschließend ein öffentliches Mikrofon, das rege genutzt wurde. Eine Teilnehmerin berichtete über ähnliche Aktionen und Erfahrungen in anderen Städten Frankreichs. Eine andere verurteilte die massive Umverteilung der Krisenlasten auf die Arbeiter und breiten Massen, verschärft noch durch Schuldenkrise, und forderte einen "Systemwechsel". Ein Teilnehmer aus Griechenland berichtete von den Erfahrungen in seinem Land.

Ich selbst richtete ein kurzes Grußwort aus Deutschland an die Teilnehmer, ermutigte sie, ihren Kampf fortzusetzen und wies darauf hin, dass gerade in Paris, das von Millionen von Menschen aus aller Welt besucht wird, solche Aktionen sehr wichtig sind und auf Bewegungen in anderen Ländern ausstrahlen können. Wir hatten auch noch Gelegenheit, wichtige Informationen auszutauschen und mit einzelnen Teilnehmern zu diskutieren, vor allem auch über die Notwendigkeit der Organisierung des länderübergreifenden Kampfs mit der Perspektive einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft.