Sozialismus

50 Jahre Mauerbau - zwei Arten des Gedenkens

13.08.11 - Heute, am 13. August, jährt sich zum 50. Mal der Bau der Berliner Mauer. Zahlreiche Veranstaltungen erinnern daran. Gestern fand in Berlin auch eine Veranstaltung der MLPD dazu statt, bei der über die Ursachen und entsprechende Schlussfolgerungen diskutiert wurde. Gedenken an den Bau dieser schändlichen Mauer kann man auf zweierlei Weise. Einmal mit Abscheu über den Mauerbau als Bankrotterklärung des bürokratischen Kapitalismus der ehemaligen DDR, der damals nur noch mit marxistischen Phrasen bemäntelt wurde.

Eine neue Bourgeoisie hatte sich seit 1956 in der DDR als neue herrschende Klasse unter Zerstörung der hoffnungsvollen sozialistischen Anfänge in den Nachkriegsjahren eingerichtet. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der schlechten Versorgungslage und zunehmenden Bespitzelung und Unterdrückung wuchs - allein im Jahr 1960 flohen 200.000 Menschen aus der DDR. Als der Vorsitzende der SED, Walter Ulbricht, 1961 mit seinem Latein am Ende war, ließ er die Berliner Mauer samt der sonstigen undurchdringlichen Grenzanlagen von Ost nach West errichten.

Unser Gedenken gilt den Opfern und dem Leiden, das durch diese menschenverachtende Teilung durch Familien, Ehen, Freundschaften, ganze Städte und Dörfer hindurchging. Die Bilder von der Bernauer Straße in Berlin, wo Menschen im letzten Moment aus dem Fenster auf den Gehsteig im Westen fliehen, wo später Eltern ihre Babys über die Mauer halten, um den Großeltern auf der anderen Seite einen Blick auf ihre Enkel zu erlauben, sind unvergessen.

Eine andere Art des Gedenkens wird heute auf den staatlichen Gedenkfeiern, Erklärungen der Regierungen und einer Kampagne in den bürgerlichen Massenmedien praktiziert. Die zentrale Gedenkfeier der Bundesregierung und des Berliner Senats fand an der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße statt. Das zielt darauf, dieses schreckliche Ereignis der deutschen Geschichte im Sinne des Antikommunismus zu instrumentalisieren.

Das fängt schon damit an, dass bei diesem Gedenken mit keinem Wort erwähnt wird, dass die Teilung Deutschlands 1949 auf die Politik des CDU-Bundeskanzlers Adenauer und der "Roll-back-Strategie" des US-Imperialismus gegen die damals noch sozialistische Sowjetunion zurückging. Systematisch wird die Geschichte verfälscht, vor allem aber sollen antikommunistische Gefühle und Vorbehalte gefördert werden. So mit der Methode, den bürokratischen Kapitalismus der DDR der 1960er Jahre penetrant als "Kommunismus" zu bezeichnen.

Die Hauptinschrift der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße lautet demnach auch: "In Erinnerung an die Teilung der Stadt vom 13. August 1961 bis 9. November 1989 und dem Gedenken an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft." Tatsache ist, dass 1961 von Kommunismus in der DDR nicht die Rede sein konnte, den sozialistischen Charakter hatte die DDR schon 1956 verloren.

Mit dem angeblichen "Gedenken" tarnt sich auch die inzwischen immer penetrantere Methode der scheinheiligen antikommunistischen Propagandisten, Sozialismus und Hitler-Faschismus gleichzusetzen. Dabei verhalten sich Faschismus als die blutigste Form der Herrschaft des Monopolkapitals und der echte Sozialismus als Gesellschaft der Befreiung der Arbeiterklasse und der Werktätigen von Ausbeutung und Unterdrückung wie Feuer und Wasser. Es ist vor allem dem aufopferungsvollen Kampf der sozialistischen Sowjetunion unter Stalin zu verdanken, dass der Hitler-Faschismus zerschlagen wurde.

Wenn wir heute des Mauerbaus gedenken, dann umfasst das auch die Freude über den Fall der Mauer 1989, als die Massen in der ehemaligen DDR nicht mehr zu halten waren und mutig und entschlossen die Wiedervereinigung erkämpften. Das zeigt eindrücklich, praktisch und zukunftsträchtig, dass ein vom Volk verhasstes Regime sich niemals auf Dauer halten kann (siehe dazu auch die Druckausgabe 32/11 der "Roten Fahne", S. 8-13).