Kündigungsdrohungen bei Opel Bochum

12.08.11: Kurz vor den Werksferien erhielten 155 Opelaner aus Bochum einen Brief der Geschäftsleitung mit Kündigungsandrohung. Ihnen wurde mitgeteilt, dass am 16. August die Kündigung ausgesprochen wird, falls sie nicht eine Stelle bei Opel in Rüsselsheim annehmen, oder die vom Unternehmen angebotene Abfindung akzeptieren. 102 Opelanern wurde der Wechsel nach Rüsselsheim nahe gelegt. Den anderen 53 Kollegen wurde empfohlen, die Abfindung zu nehmen plus drei zusätzliche Bruttogehälter, wie es von der "Einigungsstelle" ausgehandelt worden sei.

Ansonsten würden sie auf jeden Fall gekündigt. Bei Annahme einer Abfindung scheidet der Kollege „in gegenseitigem Einvernehmen“ aus dem Betrieb aus und erklärt, keine Kündigungsschutzklage zu machen. Dieser Erpressungsversuch der Geschäftsleitung hatte allerdings nur wenig Erfolg, lediglich 21 Kollegen erklärten sich bereit, nach Rüsselsheim zu gehen, oder eine Abfindung anzunehmen. Folglich sollen nächste Woche erstmalig seit vielen Jahren „betriebsbedingte Kündigungen“ ausgesprochen werden.

Das versuchten die internationalen Automonopole durch Vereinbarungen mit den Konzernbetriebsräten bislang zu vermeiden und die teils erhebliche Vernichtung von Arbeitsplätzen über „Auflösungsverträge“ abzuwickeln. Hier wurden zum Teil hohe Abfindungen gezahlt, um Arbeitskämpfe zu vermeiden. Die Taktik mit dem „sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau“ ist aber offensichtlich gescheitert, obwohl die Betroffenen aufgrund der bis heute andauernden Werksferien weitgehend auf sich allein gestellt sind.

Der Opel-Vorstand räumt nun ein, dass die Betroffenen sich auch noch am kommenden Montag erklären könnten, ansonsten käme am Dienstag die Kündigung. Dieser unverschämten Provokation gehört die richtige Antwort!