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Rekordausgaben für Kriege und Militär lassen US-Staatsverschuldung weiter steigen

10.08.11 - Die imperialistischen Kriegsabenteuer der USA tragen erheblich zur gigantischen Verschuldung des Staatshaushalts bei. Im neuen Haushaltsjahr ab Oktober 2011 geben die USA so viel Geld für das "Departement of Defense" aus wie seit dem II. Weltkrieg nicht mehr. Mehr als in Zeiten des Korea- und Vietnam-Krieges und mehr als in der Phase des intensivsten Rüstungswettlaufs mit der Sowjetunion unter Präsident Ronald Reagan. Im Haushaltsjahr 2011 sind für das Pentagon und die Kriege im Irak und Afghanistan 708 Milliarden Dollar veranschlagt.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden unter dem betrügerischen Begriff "Operation Enduring Freedom" ("Operation andauernde Freiheit") Kriege und Militäreinsätze in Afghanistan, aber auch auf den Philippinen und am Horn von Afrika begonnen, 2003 wurde der Irak angegriffen. Der Kriegshaushalt stieg zusammen mit verschiedenen anderen Etats, die ebenfalls Militärausgaben enthalten, rasant an. Im Vergleich zu 375 Milliarden Dollar im Jahr 2000 geben die USA innerhalb von nur zehn Jahren 88 Prozent mehr für Militär, Rüstung und Krieg aus.

Maßgeblich dazu beigetragen hat die Tatsache, dass die verschiedenen Kriegseinsätze jeweils viel länger dauerten bzw. dauern als zunächst beabsichtigt. Aufgrund des militärischen Desasters in Afghanistan werden die US-Truppen dort schon seit rund zehn Jahren gebunden, auch der Lufteinsatz gegen Libyen sollte angeblich nur wenige Tage oder Wochen dauern.

Vor einigen Wochen hat eine Gruppe aus Ökonomen, Juristen und Politikwissenschaftlern der Universität Providence (Rhode Island) eine Studie vorgelegt ("Deutsche Welle", 3.7.11). Danach belaufen sich die Kriegskosten in Irak und Afghanistan für die USA einschließlich der Zinszahlungen für die Kriegskredite in Höhe von 185 Milliarden US Dollar auf bis 4 Billionen US-Dollar. Die Verfasser der Studie haben auch langfristige Folgekosten wie die Zahlungen an US-Kriegsveteranen und medizinische Kosten zur Behandlung von Kriegsversehrten hinzugerechnet. "Die Kosten eines Krieges enden nicht, wenn die Kämpfe enden", sagt Projektleiterin Catherine Lutz zur Begründung dieser Berechnungsmethode.