Betrieb und Gewerkschaft

Opel-Kollegen lehnen "freiwillige" Kündigung ab

17.08.11 - Mitte Juli, kurz vor ihrem Urlaub, wurden 155 Kolleginnen und Kollegen von Opel Bochum schriftlich aufgefordert, "freiwillig" eine Kündigung anzunehmen, 102 davon wurde ein Wechsel nach Rüsselsheim "angeboten", versüßt mit einer sogenannten "Mobilitätsprämie". Doch bis zum Ablauf des Opel-Ultimatums am Montag um 24 Uhr haben nur 28 Opelaner dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in Bochum zugestimmt, ein Großteil der Kollegen ließ die Frist verstreichen.

Die Geschäftsleitung hatte angedroht, in diesem Fall unmittelbar Kündigungsbriefe zu verschicken und die Leute von der Arbeit freizustellen. Doch angesichts der breiten Diskussion im ganzen Ruhrgebiet und der Stimmung in der Belegschaft hat sie diesen Schritt, den Tabubruch "betriebsbedingter Kündigungen" verschoben: Jetzt heißt es, Kündigungsschreiben würden erst zum Monatsende verschickt ...

Der Opel-Vertrauensmann der IG Metall, Paul Fröhlich, äußerte heute gegenüber "rf-news": " Dass die Kollegen den Weg gehen, um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Das Konzept der Geschäftsleitung ist nicht aufgegangen, dass die Arbeitsplatzvernichtung kampflos über die Bühne geht. Sehr wichtig ist die Solidarität sowohl im Betrieb als auch von außerhalb. Es geht aber um mehr als um die Arbeitsplätze. Viele sagen 'da stimmt bei uns grundsätzlich was nicht.' Diese Haltung entwickelt sich und es wird jetzt viel mehr politisch diskutiert."

Wir werden morgen in "rf-news" ausführlich berichten.