Politik

Jena: Durchsuchung bei antifaschistischem Pfarrer

15.08.11 - Am Morgen des 10. August durchsuchte die sächsische Polizei Räume des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König und beschlagnahmte CDs und Computer. Der Landesvorsitzende der MLPD Elbe/Saale schickte folgendes Solidaritätsschreiben an Lothar König und die Junge Gemeinde Jena:

Lieber Lothar König, liebe Jenaer Antifaschisten! 

Wir sind mit Tausenden anderer kritischer Menschen empört über das überfallartige Vorgehen der sächsischen Polizei gegen Ihre Diensträume, Ihre Privatwohnung und Ihren Dienstwagen. Wir versichern Ihnen: Unsere Solidarität ist Ihnen sicher! Ganz offensichtlich soll der antifaschistische Widerstand mit Demonstrationen und Blockaden um den 13. Februar in Dresden getroffen werden.

Das Kalkül von Stadtverwaltung, Landesregierung, Polizei und Gerichten, die Nazis in scheinbarer "Trauer um die Opfer" des alliierten Bombardements 1945 auf Dresden ungestört marschieren zu lassen, ging nicht auf. Zu empört waren bundesweit Zehntausende antifaschistisch eingestellter Menschen, zu wütend war eine Masse von Jugendlichen, zu breit und gefestigt war inzwischen unser antifaschistisches Bündnis. 

Sowohl die Überwachung der Handyverbindungen als auch die Polizeiaktion in Jena zielen auf die Kriminalisierung des erfolgreichen Bündnisses in und für Dresden. Offenbar haben sie sich dafür Jena ausgesucht, weil hier in der Stadtverwaltung und im politischen und kulturellen Leben ein antifaschistischer Konsens herrscht, was ausstrahlt und einen wichtigen Beitrag in der Vorbereitung und Organisierung von Demonstrationen und Blockaden leistete.

Wir begrüßen es sehr, dass der Oberbürgermeister von Jena sofort zur Beteiligung an antifaschistischen Aktionen um den 13. Februar in Dresden einlud. Es wird ihnen nicht gelingen, den antifaschistischen Widerstand einzuschüchtern! Es ist unserer Meinung nach auch an der Zeit, gemeinsam die Forderungen nach einem Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda sowie nach der Verteidigung demokratischer Rechte massenhaft zu vertreten. Dresden bleibt nazifrei! 

Mit solidarischen Grüßen
Günter Slave, Landesvorsitzender der MLPD Elbe/Saale