MLPD

Monika Gärtner-Engel eingeladen in der heimatlichen Provinz

Monika Gärtner-Engel eingeladen in der heimatlichen Provinz
Monika Gärtner-Engel im Gespräch (foto: Gerhard Zahn)

Stetten (Korrespondenz), 19.08.11: Der Politik- und Kulturverein "Allmende" in Stetten (Remstal) hatte am 15.August die stellvertretende Vorsitzende der MLPD zu Gast - im Rahmen der Talkshowreihe "Provinzielle Lebenswege". Großer Andrang: schon zehn Minuten vor Beginn ist der Saal voll, zusätzliche Stühle werden beschafft, zusammenrücken ist angesagt. Der Allmende-Vorsitzende Eberhard Kögel ist überrascht und schätzt schließlich 80 bis 90 Besucher, die in drangvoller Enge gespannt warten.

In lockerer Atmosphäre entwickelt "Ebbe" das Zwiegespräch mit "Moni", sie kennen sich erst kurz und duzen sich. Immer mal wieder gibt es auch Heiterkeit: Die Zuhörer erfahren, wie Moni von ihren beiden Großvätern schon früh in politische Diskussionen einbezogen wurde, beide waren führende CDU-Politiker. Moni betont die gute Streitkultur auch bei gegensätzlichen Positionen.

Als Schülerin lebte sie nach der Trennung der Eltern bei der Mutter, die Hauswirtschaftsleiterin in der "Anstalt Stetten" war (heute Diakonie). Am Waiblinger Staufer-Gymnasium machte sie bei den Jusos ihre erste "Kapital"-Schulung, beim Studium der Sozialpädagogik in Tübingen fand sie zu den Kommunistischen Studenten-Gruppen (KSG/ML). Das Gespräch streift viele Stationen ihres Lebens und die damit verbundenen Erfahrungen und Auseinandersetzungen in Beruf, Politik und Familie.

Nach gut einer Stunde und kurzer Pause gibt es genügend Stoff für die Diskussion, teilweise auch recht kontrovers. Auch als ein Zuhörer Stalin und Mao Tsetung als die "größten Massenmörder" bezeichnet, bleibt Moni ruhig und gelassen. Sie verteidigt den Aufbau des Sozialismus, unter anderem am Vergleich der Entwicklung von China und Indien nach dem 2. Weltkrieg, kritisiert aber auch, dass schwere Fehler vorgekommen sind.

Weitere spannende Themen sind dann die Frage, inwieweit in der DDR tatsächlich der Faschismus aufgearbeitet wurde, die Unvereinbarkeitsbeschlüsse in der IG Metall sowie die besondere Rolle von Berthold Huber dabei. Es geht auch um die Fragen, warum Marxisten-Leninisten gerade in den Betrieben nicht so einfach offen auftreten können, was man in der MLPD unter "Kontrolle" versteht, was gegen Leiharbeit gemacht werden kann, wie es mit "Stuttgart 21" weitergehen und wie der Sozialismus aussehen soll ...

Vieles kann nur angerissen werden, der große Beifall zeigte eindrucksvoll: Moni ist bei ihrem Publikum angekommen! Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, sich am Büchertisch einzudecken und auch Bücher signieren zu lassen.