Umwelt

Das Verbrechen mit den japanischen "Wegwerf-Arbeitern"

16.08.11 - Am 12. August berichtete der staatliche japanische Fernsehkanal NHK, dass 143 Arbeiter, die zwischen März und Mai in den havarierten AKW gearbeitet hatten, spurlos verschwunden sind. Schon seit 30 Jahren werden in den AKW so genannte "Nuklearsklaven" eingesetzt. Obdachlose, hoch Verschuldete, Arbeitslose, auch Minderjährige.

Sie werden über Leihfirmen vermittelt, die in Japan unter Kontrolle der Yakuza-Banden stehen, einer Mafia ähnlichen Verbrecherorganisation mit geschätzt 80.000 Mitgliedern. Während ein Yakuza früher zwischen 680 und 780 Euro pro Arbeiter kassiert hat, liegt der "Verdienst" nun bei ca. 14.000 Euro. Die Yakuza-Organisationen sind ähnlich wie die Mafia mit den internationalen Monopolen und bürgerlichen Politikern aufs engste durchdrungen.

Dem Bericht zufolge wurden offensichtlich viele Obdachlose durch die Yakuza rekrutiert und nach Fukushima geschickt. Ein Mann aus Osaka berichtet vor der Kamera, dass sieben Bekannte von ihm eines Morgens in einen LKW geschleppt wurden: "Sie hatten alle große Schulden und konnten sich nicht weigern." Ein anonymer Vorarbeiter spricht vor der Kamera, dass diese "Wegwerf-Arbeiter" in Fukushima nötig seien, um die Techniker vor Kontaminierung zu schonen. Sie werden in die hoch kontaminierten Zonen geschickt, um einfache Arbeiten zu machen.

AKW-Betreiber Tepco behauptet, dass diese Praxis nie existiert habe. Sie wollen auch keine Identität von den Arbeitern veröffentlichen, um "deren privates Leben zu schützen". Den Arbeitern wurde verboten, sich an die Presse zu wenden, und alle flüchteten schnell vor der Kamera. Der skrupellose Umgang mit diesen Arbeitern offenbart das ganze verbrecherische Wesen der Atompolitik.