International

Imperialistisches Gerangel um das libysche Erdöl

26.08.11 (Korrespondenz): Die Kämpfe dauern noch an, und schon streiten sich die Imperialisten um ihren Anteil an libyschem Öl und Erdgas. Unter dem Gaddafi-Regime tummelten sich die internationalen Ölmonopole auf den riesigen Ölfeldern. Die italienische Eni, die britische BP, die französische Total, die spanische Repsol YPF sowie die österreichische OMV waren neben den russischen Gazprom und Tatneft bedeutende Erdölförderer in Libyen. Anlagenbauer aus Deutschland wie Krupp-Uhde oder MAN-Ferrostaal konzipierten Anlagen zur Förderung oder Weiterverarbeitung und ließen sie unter ihrer Federführung bauen. Für alle ein profitables Milliardengeschäft.

Nun streiten sie sich um ihre Anteile am Kuchen: "Eni wird künftig eine führende Rolle im libyschen Energiebereich Libyen spielen", prophezeite der italienische Aussenminister Franco Frattini im Fernsehen. Techniker des italienischen Energiegiganten seien bereits auf dem Weg in den Osten Libyens, um die Erdölförderung wieder anzuwerfen. Italien bezieht rund ein Viertel seines Erdöls aus Libyen.

Frankreich brüstet sich in heimischen Medien und feiert den Sieg. Sie seien die ersten gewesen, die das Land bombardiert hätten und nun sind sie die ersten, die mit der neuen libyschen Regierung am Verhandlungstisch sitzen. Außenminister Alain Juppé sagte, der Sieg gebe ihm "große Genugtuung" Der französische Minister Jack Lang fügt hinzu, jeder könne dankbar sein, dass Frankreichs Aktion die Vereinten Nationen inspiriert habe. Die Staaten, die für die Intervention in Libyen gestimmt hätten, würden sich nun sicherlich die Hände reiben, sagte Lang weiter. Der französische Ölkonzern TOTAL gilt als großer Profiteur des Krieges.

Russland, Brasilien und China, die bis zuletzt Gaddafi gestützt hatten, sehen sich nun auf der Verliererstraße. "Wir haben Libyen gänzlich verloren", jammerte Aram Shegunts, Direktor des russisch-libyschen Wirtschaftsrats, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Unsere Unternehmen werden kein grünes Licht bekommen, um dort zu arbeiten. Wer sich etwas anderes einbildet, irrt sich."