Politik

Landkreis verbietet faschistisches NPD-Zentrum

23.08.11 (Korrespondenz): Im kleinsten Städtchen Brandenburgs, dem 800 Einwohner zählenden Märkisch Buchholz, existiert seit wenigen Wochen ein als „nationales Jugend- und Freizeitzentrum“ getarntes faschistisches Zentrum. So wie hier versuchen die Faschisten in mehreren kleinen Orten Ostdeutschlands, aber auch anderen Regionen wie Söllingen (Kreis Rastatt) Zentren aufzubauen, in denen sie Jugendliche zu den Faschisten ködern wollen.

Am Freitagabend (19.8.) wollte die NPD mitten im Ort auf dem Marktplatz eine Kundgebung durchführen. Unter dem Motto „Raus aus dem Euro  – Wir wollen nicht Zahlmeister Europas sein“ sollten die Faschisten Ronny Zasowk (stellvertretender NPD-Landesvorsitzender Brandenburg) und Holger Apfel (Landes- und Fraktionschef der NPD in Sachsen) reden. Doch ein breiter Zusammenschluss von nahezu 200 Menschen aus dem Ort protestierte gegen die Faschisten.  Familien mit Kindern, Jugendliche und Rentner. Ein Querschnitt der Bevölkerung, unterstützt von Bürgermeisterin Bianca Urban, hatte sich vor und in der Kirche am Marktplatz versammelt.

Bürgermeisterin Urban erklärte, leider könne sie die Kundgebung nicht verhindern. Aber die Mehrheit der Buchholzer sei mit den Faschisten nicht einverstanden. Sie sagte auch, dass es jetzt mit dem faschistischen Zentrum vorbei ist. Der Landkreis hat eine Nutzungsuntersagung erteilt. Eine mutige, antifaschistische Entscheidung. Erst weit nach 20.00 Uhr konnten die ersten Redner vor den knapp 60 angereisten Faschisten der NPD sprechen. Die Einwohner von Märkisch Buchholz wollen keine Faschisten in ihrer Stadt dulden.

Der NPD-Funktionär Sven Haverlandt, Abgeordneter der Faschisten im Kreistag Dahme-Spreewald, wollte Mitglied im örtlichen Angelverein werden. Der Angelverein lehnte ab, für Faschisten hätten sie keinen Platz. Das Beispiel des Landkreises sollte Schule machen, auch die anderen Treffpunkte der Faschisten zu schließen, wie das „Thing-Haus“ in Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern) oder das „Niederschlesische Feriendorf“ am Quitzdorfer See in der Oberlausitz, wo auf 40.000 Quadratmetern immer wieder faschistische Großveranstaltungen durchgeführt werden, wie am 1. und 2. Juli das „Pressefest der deutschen Stimme“, Zeitung der NPD.