Politik

Montagsdemo fordert: Verbot aller faschistischen Organisationen

22.08.11 - "rf-news" dokumentiert eine Pressemitteilung der Gelsenkirchener "Bürgerbewegung Montagsdemonstration" vom 19. August:

"Die 354. Gelsenkirchener Montagsdemo mit ca. 80 Teilnehmern überbrachte den beiden  Polizisten, auf die ein Mordanschlag verübt wurde, ("rf-news" berichtete) Grüße mit den Wünschen der baldigen und vollständigen Genesung. Dies war verbunden mit einem Moment des Innehaltens und der Anteilnahme – viele hatten diese Attacke mit großer Empörung über solch ein feiges, brutales Handeln verurteilt.

Über die Hintergründe wurde lebhaft diskutiert. Inzwischen heißt es in den Medien immer öfter: 'Es wird in alle Richtungen ermittelt.' Viele Redner kritisierten das am offenen Mikrofon – WAZ-Berichte hatten die NPD-Mitgliedschaft des Täters, seine Interneteinträge unverblümt offen gelegt. Hingegen redet die Staatsanwaltschaft unerklärlicherweise nach wie vor und hartnäckig von allen denkbaren Hintergründen – auf dem rechten Auge blind? 'Hätte der Täter eine andere Staatsangehörigkeit gehabt, wäre er Moslem gewesen, wären die Ermittlungen in die andere Richtung sicher rasend schnell gewesen', so ein Redner. Eine andere Teilnehmer dachte das Szenario des Tathergangs weiter: 'Was wäre gewesen, wenn dem Täter der Mord gelungen wäre, wenn er möglicherweise in den Besitz von Waffen gelangt wäre?'

Wie dreist und gewälttätig Faschisten immer öfter aggressiv gegen linke und demokratische Kräfte vorgehen, unterstreichen die Angriffe auf Büros der LINKEN, der SPD, Schalke-Graffitis wurden mit rechtsradikalen Parolen beschmiert, Gerd Pfisterer von der Marxistisch-Leninistischen Partei in Dortmund mehrfach mit Mord bedroht. Die Montagsdemo Gelsenkirchen fordert: Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda! Lückenlose Aufklärung des versuchten Mordes an den beiden Polizisten!

Die Jugendunruhen, die sich in Europa und darüber hinaus ausbreiten, waren auch Gegenstand am offenen Mikrofon. Lisa Gärtner vom Jugendverband REBELL dazu: 'Die Wut der Jugendlichen über die hohe Jugendarbeitslosigkeit, mangelnde Perspektive ist vollkommen gerechtfertigt! Aber gegen die Wut sich richten muss, gegen wen die Rebellion sich richten muss, darüber müssen wir reden und das muss auch unter der Jugend geklärt werden. Gemüsehändler auszurauben ist nicht fortschrittlich, Zerstörungswut und blinde Aggression weisen wir vom REBELL entschieden zurück. Andererseits übernehmen viele Jugendliche Verantwortung, räumen ihren Stadtteil auf. Mit dem Anliegen der Jugendlichen erklären wir unsere volle Solidarität.'

Am heutigen Montag, dem 22. August 2011, findet am Platz der Montagsdemo, ehemals Preuteplatz, ab 18.00 Uhr die 355. Gelsenkirchener Montagsdemonstration als Tag des Widerstands statt." 

Gelsenkirchener Bürgerbewegung Montagsdemonstration                           
i.A. Martina Reichmann
E-Mail: martina.reichmann@onlinehome.de