Betrieb und Gewerkschaft

Opel reduziert Kündigungszahlen – Etappenerfolg der Belegschaft!

Bochum (Korrespondenz), 24.08.11: Die Standfestigkeit der Kollegen, die mit Drohbriefen aus dem Werk gemobbt werden sollten, bringt GM / Opel zunehmend in die Klemme! Einzelne, die mit Kündigung bedroht wurden, sind nun plötzlich und kommentarlos ganz von der „schwarzen Liste“ gestrichen. Allen anderen 89 Kollegen, für die Opel am Freitag Nachmittag beim Betriebsrat die Kündigung einreichte, wird in diesen Tagen ein Arbeitsplatz in Rüsselsheim oder eine Abfindung mit Transfergesellschaft angeboten. Für einige von ihnen war aber bis dahin ein Wechsel nach Rüsselsheim gar nicht vorgesehen, sondern nur die Abfindung. Auch wenn die Kündigung dieser Kollegen auf keinen Fall akzeptiert werden kann, zeigt sich: GM und Opel fürchten die offene Konfrontation mit der Belegschaft und den sicheren Protest der Bevölkerung und in anderen Betrieben. Die Bochumer Werksleitung vermeidet in ihren Presseerklärungen das Wort "Kündigungen" sogar völlig.

Das ist ein weiterer Etappenerfolg der Belegschaft, nachdem Opel auch in der Vergangenheit immer wieder seine Drohungen zurückgezogen oder vertagt hatte! Jetzt heißt es nachsetzen: Alle Kündigungen müssen bedingungslos zurückgenommen werden! Wenn Opel meint, dass es zu wenig Arbeit im Werk gibt, dann sollen sie die Arbeitszeit verkürzen – und zwar bei vollem Lohnausgleich und auf Kosten ihrer Profite!

Im "Blitz", der Gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, heißt es in der aktuellen Ausgabe vom 22. August 2011: "Diesen Kollegen, die in den letten Wochen und Monaten dem brutalen Psychoterror im Werk standgehalten haben, gehört unser ganzer Respekt. Die meisten reagierten auf die Drohbriefe vor den Werksferien mutig und selbstbewusst: 'Das werden wir doch sehen, ob sie sich wirklich betriebsbedingte Kündigungen trauen.' 'Das ziehen wir jetzt durch'! 'Für drei Monatslöhne werde ich nicht klein beigeben!' Was hat Opel seit Jahren nicht alles versucht, um mit der Bochumer Belegschaft fertig zu werden? Dreimonatige Zwangsversetzungen nach Rüsselsheim, Kündigungsandrohungen, Einigungsstelle und ein Erpressungsszenario, das es so in Deutschland noch nicht gegeben hat. Immer wieder haben sie Rückzieher gemacht, sind vor der offenen Machtprobe mit uns zurück geschreckt."

Der ganze "Blitz"-Artikel hier zum Download: