Betrieb und Gewerkschaft

Solidarität mit den Opel-Kollegen - lasst Euch nicht unterkriegen!

Der Übergang zu offenen Massenentlassungen bei Opel - "rf-news" berichtete gestern - war auf den Montagsdemos am 22. August lebhaft diskutiertes Thema. Nachdem die meisten der Opel-Arbeiter sich selbstbewusst dem Druck widersetzt haben, "freiwillig" ihren Arbeitsplatz in Bochum aufzugeben, schlägt Opel eine härtere Gangart ein: mindestens 89 betriebsbedingte Kündigungen soll es im Werk Bochum geben. Gleichzeitig hat die Unternehmensleitung in Bochum Sonderschichten angekündigt, um die Kundenaufträge abarbeiten zu können.

Auf der Bochumer Montagsdemo schilderte ein Vertrauensmann von Opel die jetzige Situation: "Bereits heute werden Meister und Vorarbeiter für die Produktion herangezogen, weil das Personal nicht ausreicht. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Mit der Entlassung der 89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll die Kampfkraft der Bochumer Belegschaft ausgehöhlt werden. Bereits über 1000 Mitarbeiter sind aus dem Unternehmen ausgeschieden, teils mit einer Abfindung, größenteils aber durch Mobbing. Gleichzeitig wurden Leiharbeiter beschäftigt. Das werden sich die von der Kündigung oder Versetzung nach Rüsselsheim bedrohten Arbeitnehmer nicht gefallen lassen."

Die 355. Gelsenkirchener Montagsdemo schickt den Kolleginnen und Kollegen von Opel solidarische und kämpferische Grüße zur Unterstützung. Einstimmig wurde folgende Solidaritätsadresse beschlossen:

"Wir haben erfahren, dass ungefähr 89 Kolleginnen und Kollegen betriebsbedingt gekündigt werden sollen. Das nennt man Erpressung, weil viele sich den Arbeitsplatzverlust gar nicht erlauben können. Dazu ist es ein Tabubruch, weil man jetzt wohl glaubt, ohne Widerstand dies durchsetzen zu können. Das dürfen wir nicht zulassen! Kein Arbeitsplatz darf verloren gehen, weil er der Jugend und unseren Kindern fehlen wird. Ihr habt die volle Solidarität unserer Montagsdemo, denn wer einen von uns angreift, greift uns alle an."