Politik

Faschistische Provokation gegen Montagsdemo in Dortmund

Dortmund (Korrespondenz), 30.08.11: Am gestrigen Montag bei der Montagsdemonstration in Dortmund erschienen etwa 20 Neonazis mit Transparent auf dem Reinoldi-Kirchplatz und stellten sich direkt neben der Montagsdemo auf. Mit aggressivem Verhalten und Naziparolen suchten sie die Konfrontation mit den Montagsdemonstranten. Der Moderator der Montagsdemonstration, Gerd Pfisterer, wurde von ihnen sogar mit einem Baseball-Schläger bedroht. Die Montagsdemonstranten machten ihnen deutlich, dass sie keine Tätlichkeit gegen einen ihrer Teilnehmer dulden und antworteten mit antifaschistischen Slogans über ihre Lautsprecheranlage. Die sofort alarmierte Polizei rückte mit Blaulicht und mehreren Wagen an. Nach minutenlangen Verhandlungen verließen die Faschisten schließlich, gefolgt von den Polizeiautos, den traditionellen Treff der Montagsdemo und zogen weiter Richtung östliche Innenstadt.

Die Montagsdemo wurde zunächst wie geplant fortgesetzt. Ihr Hauptthema war der angekündigte Nazi-Aufzug am kommenden Wochenende und die kämpferische antifaschistische Aktionseinheit in der Stadt dagegen. Um 18.30 Uhr zogen die Montagsdemonstranten dann, in Absprache mit der Polizei, zur Katharinentortreppe am Hauptbahnhof, wo die Gewerkschaft ver.di ein sechstägiges Friedensfest veranstaltet. Dort überreichten die Montagsdemonstranten, die herzlich von ver.di begrüßt wurden, eine Resolution an Horst Kortwittenborg, dem ver.di-Sprecher der Vertrauensleute der Stadtverwaltung. Kortwittenborg war ebenfalls vor wenigen Tagen das Ziel eines Nazianschlags. Sein Haus wurde mit Hakenkreuzen beschmiert. 

Auch in Duisburg näherte sich gestern ein Grüpplein stadtbekannter Neofaschisten der Kundgebung der Montagsdemonstration. Die Montagsdemonstration erklärte sofort, dass sie deren Anwesenheit nicht duldet. Die anwesende Polizeibeamten verwiesen ohne extra Aufforderung die Faschisten sofort von der Nähe des Kundgebungsplatzes am „Bunten Vogel“ auf der Königstraße.

 

Die am kommenden Freitag erscheinende Ausgabe der Roten Fahne Nr. 35 / 2011 wird ausführlich über den Kampf für eine stadt- und ruhrgebietsweite antifaschistische Aktionseinheit gegen den geplanten Faschistenaufmarsch am 3. September in Dortmund berichten.