Umwelt

Letzte Meldung: Atomarer Unfall in Frankreich

12.09.11 (Stand 15.30 Uhr) - In der Nuklearanlage Marcoule, rund 30 Kilometer nördlich von Avignon, hat sich im Ofen zur Aufbereitung nuklearer Abfälle eine Explosion ereignet. Ein Mensch kam ums Leben, mehrere weitere Personen erlitten schwere Verbrennungen.

Die Anlage wird vom staatlichen Atomkonzern Areva für die Aufarbeitung abgebrannter Uran-Brennstäbe genutzt, aus denen dort das Uran-Plutonium-Gemisch MOX für Brennstäbe hergestellt wird.

Die französische Atomenergiebehörde stritt jeden Austritt von Radioaktivität ab, während eine Sprecherin der Anlage sagte, man wisse nicht, ob radioaktive Strahlung in die Umwelt gelangt sei. Auch wurde bereits eine größere Sperrzone um das Gelände errichtet.

Gleichzeitig wurde der Unfall offiziell als "Industrieunfall" und ausdrücklich nicht als "Atomunfall" eingestuft, um ihn zu verharmlosen und einer weiteren Entfaltung der wachsenden Diskussion über die notwendige sofortige Stilllegung aller Atomanlagen auch in Frankreich den Boden zu entziehen. Zwar stimmt es, dass nach bisherigem Stand kein Atomreaktor davon betroffen ist. Der Unfall zeigt aber gerade, dass von der gesamten Produktions- und Entsorgungskette der Atomenergie verheerende und unbeherrschbare Risiken drohen.

Deshalb ist es auch notwendig, für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen und nicht nur der Atomkraftwerke einzutreten, wie es die unter anderem die MLPD tut. Der Vorfall unterstreicht die große Bedeutung der am 1. September gestarteten internationalen Kampagne von ICOR ("Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen") und ILPS ("Internationaler Bund des Kampfes der Völker") zur weltweiten Stilllegung der Atomkraftwerke.