Umwelt

Bergbau-Konzerne plündern Bodenschätze und vernichten den Regenwald in Indonesien

15.09.11 - In Zentral-Sulawesi sind mächtige Bergbau-Konzerne begierig auf die Bodenschätze und nehmen keine Rücksicht auf die dort lebenden Menschen und die Natur. Der Abbau hat schwerwiegende Folgen. Schon jetzt verursachen die Abholzungen Überschwemmungen und Erdrutsche. Mutig treten die dort lebenden Menschen dafür ein, ihre Regenwälder zu retten und riskieren dabei auch ihr Leben.

"Jeder, der in Indondesien öffentlich gegen Bergbau oder Palmölplantagen protestiert, ist in Gefahr", erklärte Andika Ndika, ein junger Aktivist der dortigen Umweltschützer. Wer sich den Konzernen und Plänen der Regierung entgegenstellt, "riskiert eine Anklage wegen Terrorismus, Gefängnis und Gewalt". Im Distrikt Morowali schoss die Polizei auf Menschen, die gegen die zerstörerische Öl- und Gasförderung des Medco-Konzerns protestierten. Dabei starben zwei Männer. 

Die Besitzer der größten Minen Indonesiens sind Global Player im Bergbau: Rio Tinto aus Australien, Inco aus der brasilianischen Vale-Gruppe und PT Bintang Delapan Minerals (BDM), ein indonesisches Unternehmen mit chinesischer Mehrheitsbeteiligung. Das von BDM in Morowali mit staatlicher Konzession geförderte Nickel wird nach China exportiert. 

Vor allem die Region um Bahodopi ist heute schon schwer verwüstet, seitdem im Jahr 2008 mit den Abholzungen begonnen wurde. Dort nehmen Überschwemmungen zu, ganze Dörfer versinken in Fluten, Äcker und Ernten werden von Erdrutschen bedroht. Flüsse und Bäche sind von dem Gift aus den Minen verseucht und kein Fisch kann dort überleben.

Erfahrungsaustausch und Beratung unter anderem auch über einen gemeinsamen länderübergreifenden Kampf zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft wird ein Anliegen des Umweltratschlags am 8. und 9. Oktober in Gelsenkirchen sein.