Sozialismus

Faschistischer Militärputsch in Chile vor 38 Jahren

Düsseldorf (Korrespondenz), 12.09.11: Tausende waren in Chile gestern auf der Straße anlässlich des 38. Jahrestags des faschistischen Militärputsches in Chile. Er ereignete sich ebenfalls an einem 11. September - des Jahres 1973. Kein Wort dazu im deutschen Fernsehen gestern, während eine Sondersendung zu "9/11" die nächste jagte. Über 3.000 Todesopfer kostete der Militärputsch unter Führung von General Augusto Pinochet in Chile. Drahtzieher waren die USA. Schon Tage zuvor unterrichtete der CIA den Bundesnachrichtendienst (BND) über den bevorstehenden Putsch. Die SPD-Regierung unter Willy Brandt war informiert.

Der zweifach gewählte Präsident Chiles Allende hatte einen illusionären "friedlichen Weg zum Sozialismus" verfolgt. Die revisionistische KP Chiles verbreitete ebenfalls massiv diese Illusion. 1971 hatte Allende die Rolle des chilenischen Militärs sogar gelobt und später deutliche Anzeichen eines Putsches ignoriert.

In einer Sonderbeilage schrieb 1973 Willi Dickhut in der "Roten Fahne": "Auch in Chile werden die werktätigen Massen durch das Wüten der Militärjunta die Schlussfolgerung ziehen, dass es unmöglich ist, auf friedlichem Weg zum Sozialismus zu kommen. Durch die Blutopfer ist ihnen klar geworden, dass nur der bewaffnete Kampf zur Zerschlagung des staatlichen Machtapparats die Voraussetzung für den Aufbau des Sozialismus schaffen wird. Diese Lehre gilt für alle kapitalistischen Länder. Darum Schluss mit allen Illusionen des friedlichen Übergangs zum Sozialismus! Es lebe der revolutionäre Weg der Oktoberrevolution!"

(Literaturtipp: Sammelausgabe des theoretischen Organs der MLPD "REVOLUTIONÄRER WEG" 1-3 mit Anhang "Chile und der Weg zum Sozialismus")