International

Frauen in Kolumbien - so fern und doch nah

Berlin (Korrespondenz), 13.09.11: In Deutschland verbindet man Kolumbien oft mit der Drogenmafia. Wer weiß schon, dass es ein großes Kohle-, Öl- und Goldexportland ist? Und wem ist bewusst, dass die Regierungen, das Militär und die Paramilitärs einen grausamen Krieg gegen die Bevölkerung führen? Im Interesse von multinationalen Konzernen wie Coca-Cola, Chiquita-Bananen, Nestle und den USA wird brutaler Terror ausgeübt.

Kolumbien hat weltweit die höchste Opferzahl von Antipersonenminen zu verzeichnen, mehr als Afghanistan und Irak. Zwischen 3 und 4 Millionen Menschen wurden seit 1985 gewaltsam vertrieben, 60 Prozent davon sind Frauen. Zwischen 8.000 und 13.000 Kinder sind Kindersoldaten. Sexuelle Gewalt ist alltäglich und wird als Foltermethode eingesetzt.

Ende August lud der Frauenverband Courage in Berlin-Moabit im Rahmen der kleinen "Internationalen Reihe" zu einem interessanten Nachmittag ein. Einige Frauen stammen aus Kolumbien und ihnen liegt es sehr am Herzen, uns in Berlin über die Situation und den Kampf der Frauen zu informieren. Wir waren eine bunte, internationale Mischung von Frauen und einigen Männern sowie Kindern mit Wurzeln unter anderem aus Kongo, Palästina, USA und Argentinien.

Wir ließen uns kolumbianisches Essen wie schwarze Bohnen und Reis mit Hühnchen schmecken. Toll war der wunderschöne Tanz in selbstgenähten Röcken, der gleich draußen auf dem Bürgersteig aufgeführt wurde. Auch in Kolumbien lassen sich die Menschen ihre Lebensfreude nicht vermiesen. Und: Frauen organisieren sich gegen die Gewalt und um sich in ihrem Alltag zu unterstützen. Clara schloss ihren beeindruckenden Vortrag mit den Worten: "Es sind sehr mutige Frauen, sie träumen, sie widerstehen, sie lieben und lachen. Und sie lassen sich nicht unterdrücken oder den Mund verbieten. Weiter so, ihr seid nicht allein!"