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Südkorea: Gewerkschafterin besetzt Schiffskran aus Solidarität mit kämpfenden Werftarbeitern

13.09.11 - Von einer Aktivistin der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen erhielten wir einen interessanten Bericht aus Südkorea, den wir auszugsweise dokumentieren:

"Ich komme gerade zurück aus Südkorea, wo ich viele Arbeiter, Gewerkschafter, städtische Arme und Aktivisten anderer sozialer Bewegungen in verschiedenen Städten und Regionen treffen konnte. Ich würde Euch gerne auf folgendes aufmerksam machen: den Kampf einer sehr erfahrenen und engagierten Gewerkschaftsführerin in Busan. ... Die Gewerkschaftsführerin heißt Kim Jin Sook. Sie war Bildungssekretärin der Koreanischen Konföderation aller Gewerkschaften (KCTU), bis sie bei dem Hanjin-Schiffsbaukonzern als Schweißerin anfing.

Hanjin ... hat letztes Jahr willkürlich 160 Arbeiter entlassen. Diese Arbeiter protestierten und sie kämpfen seit mehr als einem Jahr beharrlich darum, wieder auf ihren Arbeitsplätzen eingestellt zu werden, sie haben keine andere Arbeit und keinerlei Lohn. Um die Aufmerksamkeit der Koreaner auf ihren Kampf und ihr Leiden zu richten, entschied sich Jin Sook, in einem der größten Hafenkräne (Kran Nr. 85) allein zu campen, jetzt bereits mehr als vier Monate; ohne Zugang zu einer richtigen Toilette, einem Bad und sogar ohne Strom (erst vor kurzem wurde ihr die Elektrizität wieder angeschlossen). ...

Die Gesundheit von Sook verschlechtert sich, weil sie in den Hungerstreik trat, bevor sie den Kran aus Protest bestieg. Nichtsdestrotrotz, ihr Mut und ihre Entschlossenheit haben viele Menschen im ganzen Land bewegt und das koreanische Parlament gezwungen, sich mit der Frage, wie Hanjin seine Arbeiter behandelt, zu befassen.

Viele Hanjin-Gewerkschaftsmitglieder unterstützen Jin Sook’s Aktion, indem sie in der Nähe des Krans und gegenüber auf der anderen Straßenseite Tag und Nacht campen. ... Wenn es irgendeine Chance gibt, für deutsche Arbeiter, das Protestgelände in Busan zu besuchen, wird das mit Sicherheit die Kampfmoral der Gewerkschaftsmitglieder dort stärken."