Betrieb und Gewerkschaft

"Sieg auf der ganzen Linie - Opel zieht Kündigungen zurück!"

22.09.11 - In einer Presseerklärung der Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit "Offensiv" im Opel-Werk Bochum anlässlich der Rücknahme der betriebsbedingten Kündigungen durch das Management von GM/Opel heißt es:

Sieg auf der ganzen Linie - Opel zieht Kündigungen zurück!

Gestern Nachmittag hat die Geschäftsleitung der Adam Opel AG die betriebsbedingten Änderungskündigungen im Bochumer Werk zurückgezogen. Das ist ein Sieg auf der ganzen Linie für die Belegschaft, für die unmittelbar betroffenen Kollegen sowie für alle Menschen, die in den letzten Wochen ihre Solidarität erklärt und in verschiedensten Formen zum Ausdruck gebracht haben!

Immer wieder hat GM/Opel in den letzten Monaten seine Drohungen mit Zwangsversetzungen und Kündigungen abschwächen, verschieben oder zurückziehen müssen. Der Versuch, die Belegschaft Stück für Stück mürbe zu machen und ihr als einer der kampferfahrensten Belegschaften mit den Kündigungen eine politische Niederlage beizubringen, ist gescheitert. Betriebsbedingte Kündigungen bei Opel wären ein Tabubruch gewesen für die gesamte deutsche Automobilindustrie.

Das wurde nie akzeptiert: Die Betriebsversammlung in der vergangenen Woche hat ein klares Signal gegeben, dass die Kündigungen nicht kampflos hingenommen werden. Die überwiegende Mehrheit der gekündigten Kollegen hatte beim Arbeitsgericht Klage eingereicht. In anderen Betrieben und in der Öffentlichkeit entwickelte sich in den letzten Tagen rasant die Solidarität, die sich in Erklärungen, Kundgebungen vor allem der Montagsdemonstrationen, öffentlichen Diskussionsveranstaltungen und Unterschriftensammlungen praktisch ausdrückte.

Jetzt ist es das Management von GM/Opel, das als Verlierer dasteht. Da hilft es auch nichts, den Verzicht auf Kündigungen mit der "positiven Resonanz auf der IAA für den in Bochum gebauten Zafira Tourer" zu begründen. Weder der Neuanlauf des Zafira Tourer, noch der akute Personalmangel im Werk kommen überraschend und waren unvorhersehbar.

Wir gratulieren der ganzen Belegschaft und natürlich den unmittelbar von Kündigung betroffenen Kollegen und bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns als Belegschaft in den letzten Wochen ihre Solidarität ausgedrückt und unterstützt haben. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass der Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung damit nicht beendet ist.

Anstatt nun die tägliche Arbeitszeit zu verlängern, Zusatzschichten zu verfahren und möglicherweise Leiharbeiter zu beschäftigen, fordern wir GM/Opel auf, allen Kollegen die Rückkehr in das Werk zu ermöglichen, die in den vergangenen Wochen und Monaten mit der Kündigungsdrohung zu einem Wechsel nach Rüsselsheim oder zur Unterzeichnung eines Auflösungsvertrags erpresst wurden.

Arbeitersolidarität ist stärker als Massenmobbing, Spaltung und Erpressung!