Betrieb und Gewerkschaft

Stahltarifrunde: "Wir brauchen spürbar höheren Lohn"

Dortmund (Korrespondenz), 24.09.11: Zum 31. Oktober läuft bei Stahl der Einkommenstarifvertrag aus. Für die Kollegen steht fest: "Wir brauchen spürbar höheren Lohn!" Die Inflationsrate liegt derzeit offiziell bei 2,4 Prozent. Mit einem Anstieg auf 3 Prozent bis Ende des Jahres wird gerechnet. Tatsächlich sind die Lebenshaltungskosten für Arbeiterfamilien erheblich größer.

Bei Kraftstoff beträgt der Preisanstieg 11,4 Prozent, rigoros haben die Ölkonzerne ihre Monopolstellung genutzt, um aktuell den Benzinpreis auf 1,55 Euro pro Liter hochzuschrauben. Bei Gas beträgt die Preiserhöhung 10,5 Prozent, bei Heizöl sogar 17,4 Prozent und bei Strom 7,6 Prozent. Auch die Möbelindustrie kündigt 6 Prozent Preiserhöhung an wegen "gestiegener Rohstoffpreise". Die weltweite Spekulation mit Agrarrohstoffen hat bis zu 50 Prozent höhere Preise bewirkt, die von den Lebensmittelkonzernen auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Auch in den Betrieben ist die Belastung gestiegen. Systematisch ist die Ausbeutung erhöht worden. Allein ThyssenKrupp Steel Europe hat den Umsatz pro Beschäftigten im dritten Quartal 2011 gegenüber 2010 um 28 Prozent von 226 auf 290 Millionen Euro gesteigert. Im selben Zeitraum sind 732 Arbeitsplätze vernichtet worden. Die Vertrauensleute bei TKSE in Dortmund sehen keinen Grund zur Zurückhaltung. Auf ihrer Vollversammlung am 7. September haben sie folgende Forderungen verabschiedet:

- Tabellenwirksame Erhöhung der Löhne und Gehälter um 10 Prozent, mindestens 250 Euro monatlich
- Laufzeit 12 Monate
- Unbefristete Übernahme der Auszubildenden mit dem Ziel im erlernten Beruf
- Fortführung des Tarifvertrages Altersteilzeit
- Fortführung des Tarifvertrages "Demografischer Wandel"

Am 19. Oktober will die Große Tarifkommission Stahl der IG Metall darüber beschließen. Die Kollegen sind kampfbereit.