Umwelt

Steigt Siemens aus dem Atomgeschäft wirklich aus?

21.09.11 - Der Siemens-Vorstand hat angekündigt, aus dem Geschäft mit der Atomkraft aussteigen zu wollen. "Das Geschäft ist für uns abgeschlossen", erklärte Siemens-Chef Peter Löscher im "Spiegel". Siemens war der führende deutsche Konzern, der oft gegen massive Widerstände seitens der betroffenen Bevölkerung weltweit Atomkraftwerk und -anlagen gebaut hat.

Schon 1953 stieg der Konzern mit einer "Arbeitsgemeinschaft Atomenergie" ins Geschäft ein. 1969 gründete Siemens mit AEG die KWU (Kraftwerksunion). Noch bis 2009 hatte Siemens offensiv daran gearbeitet, zu einem der weltweit größten AKW-Bauer zu werden. Um mit dem russischen Staatskonzern Rosatom groß ins Geschäft kommen zu können, hatte der deutsche Konzern sogar einseitig einen Vertrag mit dem französischen Joint-Venture-Partner Areva gekündigt und dafür auch eine 648-Millionen-Euro Strafe in Kauf genommen. Die Rückzugserklärung ist auch ein Erfolg der Anti-AKW-Bewegung. 

Trotz der vollmundigen Ankündigungen und seiner Image-Kampagne zum "Greenwashing" will  Siemens aber weiter aus dem Betreiben von AKWs Profit schlagen. Der Konzern will nur öffentlich nichts mehr mit der "heißen Nukleartechnik" zu tun haben. "Konventionelle" Turbinen, Leit- und Sicherheitstechnik, die sowohl in Atom- wie in anderen Kraftwerken genutzt werden, will der Konzern weiter produzieren und verkaufen. ("Süddeutsche Zeitung" vom 19.9.11)

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