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Chinas Führung geht gewaltsam gegen Mao-Tsetung-Gedenken vor

26.09.11 - Die chinesische Polizei ging gewaltsam gegen eine Gruppe von Menschen vor, die eine Kundgebung zum 35. Todestag von Mao Tsetung abhalten wollten. Das öffentliche Gedenken fand am 9. September 2011 in der Vier-Millionen-Stadt Taiyuan im Norden des Landes statt, berichtet der französische Auslandsfernsehsender "France 24". Es wurden revolutionäre Parolen wie "Lang lebe der Vorsitzende Mao" gerufen und die Ideen Mao-Tsetungs verteidigt. Neun Menschen wurden verhaftet. Die Versammlungsteilnehmer konnten aber die Verhaftung ihrer Anführer verhindern.

Viele Teilnehmer seien Nutzer der Onlineplattform "Utopia". Über diese Onlineplattform existiert ein hysterischer Hetzartikel in der französischen Zeitung "Le Monde Diplomatique" (deutsche Übersetzung). An Fakten ist dort zu entnehmen, dass es 1999 zwei linke Parteigründungen in China gegeben habe. Eine davon war die "Arbeiterpartei der Mao-Tsetung-Ideen", deren Gründungsdokument bei "Utopia" erschien. Sie sei vom Geheimdienst rigoros verfolgt worden.

Auf "Utopia" wird diskutiert, ob es ausreicht, die Kulturrevolution zu wiederholen, oder ob in China seit Maos Tod der Kapitalismus restauriert wurde, weshalb der Staatsapparat zerschlagen und die Revolution wiederholt werden muss, um den Sozialismus neu zu erkämpfen.

Hua Qiao, ein Fotograf für "Utopia", sagte "France 24": "Vor seinem Tod hat Mao vorausgesagt, dass der Kapitalismus in unserem Land ein Comeback feiern würde. Das ist genau das, was passiert ist. Eine kleine Gruppe von etwa 3.000 chinesischen Führern und einige Dutzend ausländische Unternehmer, beherrscht das Land und beutet die gesamte Bevölkerung aus. Die Maoisten wollen eine echte kommunistische Partei zurück, nicht eine, die die Arbeiterklasse ausbeutet."

Heute würden die Menschen Maos Lehren und Theorien anwenden, um ihre Unzufriedenheit mit der Regierung auszudrücken. Unter den verarmten Massen auf dem Lande und erbärmlich bezahlten Industriearbeitern nehme die Popularität solcher Versammlungen wie in Taiyuan stark zu.