Umwelt

Beunruhigende Nachrichten über die Ozonschicht

05.10.11 - Gestern ging eine beunruhigende Meldung an die Weltöffentlichkeit: Forscher haben festgestellt, dass sich über dem Nordpol im Frühjahr erstmals ein Ozonloch riesigen Ausmaßes gebildet hat. Es war mit zwei Millionen Quadratkilometern ungefähr fünf Mal so groß wie Deutschland, die Ozonschicht ist dort auf einer Länge von 18 bis 20 Kilometern um 80 Prozent zurückgegangen. Veröffentlicht wurde die Studie von fast 30 Wissenschaftlern in der neuen Ausgabe der Wissenschaftszeitung "Nature". "Der Ozonverlust im Frühjahr 2011 übersteigt jeden, der bisher über der Arktis gemessen wurde", heißt es da.

Ende März berührte das Ozonloch Norddeutschland, Anfang April auch Süddeutschland. Folge: eine verstärkte, gefährliche UV-Strahlung, die unter anderem zu Hautkrebs führen kann.

Bisher gab es regelmäßige Ozonlöcher nur über der Antarktis. Deren verheerende Wirkungen auf Australien treten inzwischen in Erscheinung: Schon 1997 wurde in einer Studie dargelegt, dass im Laufe ihres Lebens 60 Prozent der 22 Millionen Bewohner Australiens an Hautkrebs erkranken werden. Das Risiko, am lebensgefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken, ist dort 13 Mal so hoch wie im Durchschnitt der anderen Länder. Die Fälle von Hautkrebs stiegen in Australien zwischen 1982 und 2007 um 27 Prozent!

In einer Pressemitteilung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung vom 4. Oktober heißt es zu den Ursachen des Ozonlochs über der Arktis: "’Das Ozonloch über der Arktis war nicht nur das Ergebnis einer Kombination vergangener Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe, seine Entstehung hängt auch mit langfristigen Veränderungen im Klimasystem zusammen’, fasst Dr. Markus Rex, Potsdamer Atmosphärenphysiker am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, ein zentrales Ergebnis der Studie zusammen.

In 15 bis 25 Kilometer Höhe bildet das Spurengas Ozon eine natürliche Barriere gegen schädliche UV-Strahlung aus dem Weltraum. Unter dem Einfluss langlebiger Luftschadstoffe, die durch tiefe Temperaturen erst richtig aktiviert werden, kann die schützende Ozonschicht zum Ende des kalten polaren Winters in großem Umfang zerstört werden. Dabei löst die zurückkehrende Sonne eine Kette komplexer chemischer Reaktionen aus, die Ozon spalten. In der erheblich kälteren Antarktis führt dieser Prozess regelmäßig zur Bildung eines Ozonlochs im antarktischen Frühjahr."

Das heißt, dass hier zwei Faktoren zusammentreffen: die Einleitung des Treibhausgases FCKW und die heraufziehende Klimakatastrophe. Die Einleitung von FCKW wurde zwar mit dem Protokoll von Montreal, das 1989 in Kraft trat, reduziert und dann unterbunden, aber solche Stoffe sind sehr lange wirksam. Diese Wirkung verstärkt sich jetzt dramatisch mit den eingeleiteten Klimaveränderungen. Damit bestätigt sich eine bedrohliche Entwicklung, über die es im Buch "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution" von Stefan Engel heißt: "Die Welt befindet sich im Übergang zu einer Phase unkontrollierbarer, eruptiver Entfaltung der Widersprüche zwischen Mensch und Natur, was die Lebensgrundlage der Menschheit unmittelbar gefährdet." (S. 202)

Es ist alternativlos, wenn unser Planet vor der unwiderruflichen Zerstörung der Lebensgrundlagen gerettet werden soll: Nehmt den Verursachern der kapitalistischen Profitwirtschaft die Welt aus der Hand, eh’ sie verbrannt! Eine weltweite massenhafte, kämpferische Umweltbewegung in einer neuen Qualität ist notwendig!