Politik

Gedanken zum "Deutschen Tafeltag"

St. Goar/Loreley (Korrespondenz), 04.10.11: Am 1. Oktober begingen die "Tafeln" zum fünften Mal ihren "Deutschen Tafeltag". Alleine im Raum Oberwesel, Boppard und Emmelshausen (nur in kleiner Teil des Kreises Simmern / Hunsrück) wurden hier seit der Gründung im Mai 2005 der "Tafel e.V." bis zum 31.12.2010 über 1.000 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige wie ALG I und II-Betroffene, Rentner mit zu niedriger Rente oder andere Grundsicherungsbezieher abgegeben.

Dieser Einsatz war mit circa 100.000 Arbeitsstunden von 250 freiwilligen ehrenamtlichen Helfern gekennzeichnet und kam über 80.000 Bürgerinnen und Bürgern "zugute". Die Tafeln im Rhein-Hunsrück-Kreis unterhalten vier Kleintransporter, welche in dieser Zeit Strecken von über 100.000 Kilometern zurücklegen mussten, um Lebensmittel, die die Geschäfte an die Tafeln abgeben, abzuholen.

Ein Grund zum Feiern oder Freuen? Gewiss nicht! Schon der Fakt, dass Hilfebedürftige sich an Tafeln wenden müssen (in Deutschland gibt es fast 900 Tafeln), zeugt von der menschenverachtenden Politik, in der stets das Kapital Vorrang hat. Dazu kommt, dass die den Tafeln von den Lebensmittelmärkten "gespendeten", meist abgelaufenen Waren diesen mit Spendenbelegen honoriert werden, die dann wiederum steuerlich absetzbar sind.