Betrieb und Gewerkschaft

Weiterer Etappensieg: Kündigungen bei Behr unwirksam

Stuttgart (Korrespondenz), 04.10.11: Das entschied das Landesarbeitsgericht bei drei Kollegen, die zusammen mit 20 anderen gegen die Kündigungen im Zusammenhang mit der Schließung von Werk 8 und der Vernichtung von 220 Arbeitsplätzen in Stuttgart geklagt haben. Der eigentliche Erfolg liegt in der Begründung: Das LAG bestätigte das Urteil der ersten Instanz, wonach die Kündigungen unwirksam sind, weil die Geschäftsleitung das Werk 8 als eigenständig behandelte, um die vom Gesetz geforderte Sozialauswahl (und damit Prüfung auf Ersatzarbeitsplätze hin) im gesamten Werk Feuerbach mit 1.600 Beschäftigten zu umgehen. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Damit gerät der Mahle-Konzern, der inzwischen den Automotive-Bereich von Behr gekauft hat, noch mehr in die Defensive. Denn der Widerstand der Behr-Kollegen, der mit dem Marsch auf der B10 hinauf zum Pragsattel und seiner Ausdauer und Organisiertheit in der ganzen Region ein Zeichen setzte, steht dem Mahle-Vorstand bei seiner Expansion auf dem Rücken der Belegschaft im Wege. Deshalb werden Ex-Werk-8-Kollegen schikaniert, die in andere Werke oder zur Transfer/Beschäftigungsgesellschaft wechselten oder es wird mit erheblich erhöhten Abfindungen versucht, Kollegen zum Zurückziehen der Klagen zu bringen.

Es ist deshalb wichtig, den kämpfenden Behr-Kollegen den Rücken zu stärken; auch weil sich die Zeichen mehren, dass sich die wirtschaftliche Belebung in Deutschland abschwächt und die gegenseitige Vernichtungsschlacht der internationalen Monopole auch mit Massenentlassungen auf dem Rücken der Belegschaften ausgetragen wird.