Betrieb und Gewerkschaft

Entschlossenheit bei Urabstimmung der Stuttgarter Straßenbahner

Stuttgart (Korrespondenz), 11.10.11: Entschlossenheit war bei den Busfahrern und Straßenbahnern der Stuttgarter Straßenbahn (SSB) für einen Streik zur Durchsetzung eines neuen Manteltarifvertrags für Baden-Württemberg deutlich zu spüren. Gestern und heute lief dazu die Urabstimmung.

Dabei geht es unter anderem um Forderungen nach einem dreizehnten Monatsgehalts statt des bisherigen abgestuften Weihnachtsgelds, um 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigte statt unterschiedliche Urlaubslänge je nach Betriebszugehörigkeit, die volle Bezahlung der Wege vom Arbeitsbeginn zum Einsatzort oder von einem Einsatzort zum anderen und gleiche Bezahlung für Leiharbeit. Alle Kolleginnen und Kollegen, mit denen "rf-news" sprach, waren von der Berechtigung ihrer Forderungen überzeugt, zumal der Stress auch in ihrem Beruf in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat.

Gegen diese Forderungen behauptet die Stadt Stuttgart mit ihrem obersten "Dienstherrn" OB Schuster an der Spitze, es sei kein Geld da, deshalb müssten die Beschäftigten weiter zurückstecken. Dem wird von einer ganzen Reihe von Kolleginnen und Kollegen entgegnet, dass die Stadt große Summen für "Stuttgart 21" bereit stellt, und das auch auf dem Buckel der Busfahrer und Straßenbahner. Und ein Kollege rechnet vor: Während der letzten zehn Jahre wurden insgesamt 10 Millionen Euro bei den Kolleginnen und Kollegen eingespart.

Allerdings gab es noch einige Unklarheiten darüber, wie nun die eigenen Forderungen durchgesetzt werden können. Die überwiegende Mehrheit der befragten Kollegen plädierte für Vollstreik, und einer von ihnen nannte den neunwöchigen Streik der Berliner Verkehrsbetriebe als Vorbild. Ein kleinerer Teil meinte, eine "Nadelstichtaktik" könnte genügen. Hier besteht noch Klärungsbedarf.