Umwelt

Neuseeland droht Ölkatastrophe

12.10.11 - Infolge der Havarie des Containerschiffs "Rena" vor der neuseeländischen Nordinsel besteht die Gefahr einer regionalen Umweltkatastrophe. Der Frachter ist schwer beschädigt und droht auseinander zu brechen. Vor einer Woche war das Schiff 20 Kilometer vor der Küste auf ein Riff gelaufen und Leck geschlagen. Seitdem sind ca. 350 Tonnen der 1.700 Tonnen Schweröl ausgelaufen – nur zehn Tonnen wurden bisher abgepumpt.

Wegen schwerer See wurden die Bergungsarbeiten unterbrochen. An den Stränden sammeln sich immer mehr Ölklumpen und ölverklebte Seevögel, die von Helfern eingesammelt werden. Die Plenty-Bucht ist ein Paradies für Seevögel und wegen der Natur und der Badestrände bei Touristen sehr beliebt. Auch für Wale und Delfine, die in der Bucht zur Zeit ihre Jungen zur Welt bringen, wäre ein große Ölpest eine Katastrophe!

"Schon kleine Mengen Schweröl können große Schäden anrichten, deswegen darf Schweröl nicht länger als Treibstoff von Schiffen verwendet werden", fordert Stephan Lutter, Meeresschutzexperte vom "WWF Deutschland". "Statt des Schweröls sollten nur noch schwefel- und stickstoffarme Treibstoffe eingesetzt werden dürfen ... Es würden zudem auch weniger Rückstände an Bord anfallen, so dass deren illegale Entsorgung auf See ... zurückgehen würde." Unverzichtbar sei auch eine Lotsenpflicht für sensible Gebiete.

Welche Schäden schon kleine Mengen Schweröl anrichten können, zeigt das Beispiel des vor dreizehn Jahren in der Nordsee vor Amrum havarierten Frachters "Pallas". Damals tötete eine vergleichsweise geringe Menge von etwa 100 Tonnen ausgelaufenen Schweröls über 16.000 Seevögel.